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Wertheimer

 
     
   
Max, 1880–1943, deutscher Psychologe. Er wurde in Prag geboren, promovierte 1904 an der Universität Würzburg und war Professor in Berlin (1918) und Frankfurt/Main (1929). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo er von 1933 bis zu seinem Tod an der New School for Social Research in New York lehrte.

Wertheimer befaßte sich insbesondere mit der Erforschung der visuellen Wahrnehmung. Seine Interpretation des Phänomens der “Scheinbewegungen”, die er in einem Artikel aus dem Jahr 1912 in der Zeitschrift für Psychologie darlegte, stellte den Initialgedanken für die Berliner Schule der Gestaltpsychologie dar, die er gemeinsam mit Wolfgang Köhler und Kurt Koffka begründete. Zu ihr gehörten außerdem Rudolf Arnheim, Karl Duncker, Kurt Lewin und Wolfgang Metzger. Zusammen mit Köhler und Koffka gründete er 1921 die Zeitschrift “Psychologische Forschung”, in der bedeutende gestaltpsychologische Beiträge erschienen. Ausgehend von der Wahrnehmungspsychologie formulierten die drei die sog. “Gestaltgesetze” und wandten diese dann auf Gedächtnis-, Denk-, Lern- und Problemlösungsprozesse wie auch philosophische Fragen an. Die Gestaltpsychologie geht davon aus, daß psychische Prozesse sich nicht aus einzelnen psychischen Elementen zusammensetzt, sondern ursprünglich als ganzheitliche Gestalt gegeben sind. Nicht einzelne Kräfte wirken, sondern die dynamische Ganzheit des Psychischen. Das wohl bekannteste Gestaltgesetz (es werden insgesamt über hundert beschrieben) ist das “Gesetz der guten Gestalt”, das die Tendenz beschreibt, immer eine ausgezeichnete, bevorzugte Gestalt wahrzunehmen, auch wenn sie nicht wirklich so existiert. Beispielsweise wird ein Kreis mit einer kleinen Delle als korrekter Kreis wahrgenommen, über die Delle täuscht sich der Betrachter hinweg (Wahrnehmung).


 
     
 
 
 
     
 
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