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Affordanz

 
     
   
Affordanz, affordance (Angebot), ein von Gibson geprägter Begriff, den er von "afford" (anbieten, gewähren) ableitet und selbst geprägt hat, der als Hauptwort in einem englischen Wörterbuch nicht zu finden ist und die Komplementarität von Umwelt und Lebewesen zum Audruck bringen soll. Nach Gibson handelt es sich um ein Angebot der Natur bzw. um eine Handlungsanregung aufgrund der Informationen über funktionell relevante Eigenschaften von Dingen und Bestandteilen der Umwelt, die ein bestimmtes Verhalten möglich machen. Die Dinge sagen uns, was wir mit ihnen tun sollen; sie haben nach dem Gestaltpsychologen Koffka einen Forderungscharakter, nach Lewin einen Aufforderungscharakter. So ist z.B. ein Sessel eine Affordanz für das Sitzen, die Schere für das Schneiden. Der Unterschied von Affordanz zu Forderungs- und Aufforderungscharakter liegt darin, daß sich das Angebot von etwas nicht ändert, wenn sich das Bedürfnis des Beobachters ändert. Die verschiedenen Objekte der Umwelt haben verschiedene Affordanzen (Angebote) für das Hantieren mit ihnen.

Wichtig ist dieser Begriff im Zusammenhang mit Anregungen im Umweltbereich, die z.B. zum umweltschonenden Verhalten motivieren sollen: Wie müssen Umwelten (Abfallbehälter, Räume) gestaltet werden, damit sie unsere Wahrnehmung optimal stimulieren und unser Umwelthandeln beeinflussen? Der Affordanz- oder Aufforderungscharakter sollte bei Umweltplanungen berücksichtigt werden (Umweltpsychologie).

Literatur

Gibson, J. J. (1982). Wahrnehmung und Umwelt. Der ökologische Ansatz in der visuellen Wahrnehmung. München: Urban & Schwarzenberg.
 
     
 
 
 
     
 
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