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emotionale Kompetenz

 
     
   
von Saarni vorgeschlagenes Konzept, umfaßt ebenso wie die von Salovey und Meyer propagierte und von Goleman popularisierte "emotionale Intelligenz" eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich zudem noch teilweise überlappen. Doch abweichend davon konzeptualisiert Saarni die emotionale Kompetenz nicht als eigenständige geistige Fähigkeit (mental aptitude), die mit geeigneten Intelligenztests zu messen ist. Denn was in emotional herausfordernden Situation eine "richtige" Antwort ist, ist nicht a priori, sondern oft erst im nachhinein zu erkennen. Außerdem wird die emotionale Kompetenz nicht als Eigenschaft verstanden, die dem Individuum innewohnt, sondern ergibt sich aus dem transaktionalen Zusammenspiel von Person und Kontext. Saarni (1999, S. 3) schlägt vor, daß wir uns dann emotional kompetent fühlen, "when we emerge from an emotion eliciting encounter with a sense of having accomplished what we set out to do". Diese Definition betont die Rolle des Selbst bei der Vermittlung zwischen den (emotionalen) Anforderungen der Situation und der Person und verbindet die emotionale Kompetenz mit der Selbstwirksamkeit. Emotionale Kompetenz umfaßt die folgenden acht Fertigkeiten, die sich in vier große Bereiche gliedern lassen:

1) Selbst: sich seines eigenen emotionalen Zustands bewußt zu sein, später auch der eigenen Ambivalenzen und Verdrängungsbestrebungen; seine Gefühle in Worte fassen zu können; zu wissen, daß innere (emotionale) Zustände und Ausdruck nicht immer deckungsgleich sind, und zwar sowohl bei einem selbst wie auch bei anderen. 2) Empathie: die Gefühle anderer Menschen erkennen und korrekt deuten zu können; sich anderen Menschen wohlwollend und empathisch zuwenden zu können. 3) Zwischenmenschliche Beziehungen: Wie Gefühle (einander) mitgeteilt werden, bestimmt zum großen Teil die Qualität von Beziehungen. 4) Bewältigung: in adaptiver Weise mit den eigenen Gefühlen fertig zu werden; emotionale Selbstwirksamkeit zu entwickeln in dem Sinne, daß man die eigenen emotionalen Erfahrungen akzeptiert; die gewünschte emotionale "Stabilität" findet und in Einklang mit den eigenen als gut und richtig erkannten moralischen Werten lebt. Gegenüber diesem humanistisch geprägten Programm betonen Salovey und Meyer (und mit ihnen Goleman), daß emotionale Intelligenz auch die Fähigkeit umfaßt, "Emotionen in den Dienst eines Ziels zu stellen", wie etwa der Motivierung oder der Leistungssteigerung.

Literatur

Saarni, C. (1999). The development of emotional competence. New York: Guilford Press.


 
     
 
 
 
     
 
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