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Empathie

 
     
   
»Einfühlungsvermögen«. Man kann die Gefühle eines anderen nicht verstehen, wenn man sich nicht bis zu einem gewissen Grade in seine Lage versetzt. Dazu verhelfen die Mienen und Gesten oder andere Symptome, in denen das Empfinden absichtlich oder unbewußt zum Ausdruck kommt. Ein Verständnis ist möglich, weil eine Reihe von seelischen Kräften und Entwicklungen bei allen Menschen in ähnlicher Weise wirksam sind. Hinzu kommen die Gemeinsamkeiten, die die Erfahrungen in einer bestimmten Kultur, einer Schicht, einer gleichartigen Umwelt bewirken. Was bei einem anderen so stark entwickelt sein mag, daß es uns zunächst befremdet, ist in geringem Maße auch bei uns selbst angelegt. Wenn wir diesen »Rest« aktivieren, können wir uns auch auf eine ausgeprägte Eigenschaft dieser Art einstel len. So kann der Schauspieler sich heute in einen Bösewicht einfühlen und morgen in einen Heiligen. Die Aufnahmefähigkeit für die Gefühlsregungen anderer gehört zu den Gaben, die ein Seelenarzt besitzen oder entwickeln muß. Die Empathie ist noch keine Sympathie, kein Mitfühlen, das der Psychotherapeut nicht leisten kann und wohl auch nicht leisten soll, sondern ein Einfühlen, das doch noch die distanzierte Beobachtung erlaubt. Auch für ein harmonisches Zusammenleben in kleinen und großen Gemeinschaften bedarf es der Empathie. Sie erleichtert es, neue Aufgaben zu übernehmen und neue Rollen zu spielen, weil man sich in deren Bedingungen einfühlen kann.Einfühlung. Die frühesten Hinweise auf die Einfühlungsfähigkeit liegen wohl in der spontanen Nachahmung von Gesten und Mimik vertrauter Erwachsener durch ein Kind. Einfühlung beruht auf einer Probeidentifizierung: Ich versetze mich in die Lage des anderen, stelle mir vor, wie sich seine Körperhaltung, sein Gesichtsausdruck, sein gegenwärtiges Lebensschicksal auf mich auswirken würden, wenn ich sie statt seiner hätte. Auf dieser Grundlage wird eine intime menschliche Kommunikation erst möglich.
 
     
 
 
 
     
 
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