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Flüchtlingskinder

 
     
   
können selbst sowohl Opfer als Zeuge schwer traumatisierender Ereignisse sein. Viele erlebten Dinge, die sie nie ganz begreifen und nie vergessen werden, die sie ihr gesamtes Leben verfolgen werden. Ihre durch Entsetzen, Hilfllosigkeit, Verfolgung, Flucht und Exil gemachten Erfahrungen verfolgen sie u.U. ihr ganzes Leben und beeinflussen ihr Leben sowie auch das Leben ihrer Kinder und Kindeskinder massiv (Mehrgenerationenproblem). Während körperliche Schäden in einer geschützten Umgebung relativ schnell wieder verheilen, äußern sich psychische Schäden sehr bald und nachhaltig (Trauma, psychisches). Sie leiden oft unter dem Verlust all dessen, was ihnen lieb und wert war. Viele erwecken den Eindruck unruhiger "animalischer" Geschöpfe: Sie sind äußerst reizbar, toben ziellos herum und reißen sich das Spielzeug aus den Händen. Im Schulalter bleiben sie oft auf lange Zeit mißtrauisch gegenüber ihren Betreuern und sind zudem auch überangepaßt und aggressionsgehemmt. Eine Heimunterbringung bedeutet für sie nach dem Verlust der gesamten Familie zumeist Schutz und Geborgenheit, bringt aber gleichzeitig dann einen erneuten Verlust beim Wechsel in eine Adoptivfamilie nach sich bzw. - was weitaus häufiger der Fall ist - bei der zwangsweisen Rückkehr in das Urspungsland, wo sie eventuell erneut verfolgt werden und wo fast nie Angehörige oder Lebenschancen sind. Wie Erwachsene leider auch sie unter Überlebensschuld, besonders, wenn die übrige Familie ermordet wurde und sie die einzigen Überlebenden waren.

Literatur

Rosenthal, G. (1997). Der Holocaust im Leben von drei Generationen - Familien von Überlebenden der Shoa und von Nazitätern. Edition psychosozial.


 
     
 
 
 
     
 
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