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Interdisziplinarität

 
     
   
Zusammenführen von Fragen und Ergebnissen verschiedener Wissenschafts- und Forschungsbereiche. Für die biologischen Grundlagen der Psychologie beispielsweise leisten dabei die sogenannten vier Grundfragen der biologischen Forschung (Verursachung, Ontogenese, Anpassungswert, Phylogenese) eine methodische Hilfe. Wenn anhand dieses Rasters gefragt wird und gleichzeitig die Bezugsebenen (z.B. Zelle, Organ, Individuum) berücksichtigt werden, auf die sich die Fragen richten, erschließt sich der interdisziplinäre Umfang eines Themas. Die komplexen Wechselbezüge dieser Bereiche wurden zuerst in der verhaltensbiologischen Forschung erkannt, und diese Fragenbereiche lassen sich auf der Systemebene des beobachtbaren und subjektiv erlebbaren Verhaltens gut verdeutlichen. Bei der Einordnung und der Bewertung von empirischen Daten zu Leistungen des Nervensystems muß 1) berücksichtigt werden, auf welcher Bezugsebene ein Verhaltensphänomen untersucht wird, soll 2) deutlich gemacht werden, auf welche Ebenen sich einzelne Schlußfolgerungen beziehen, und muß 3) bei jeder Fragestellung bedacht werden, welche Grundfragen dazu fokussiert und welche noch nicht ausreichend in Betracht gezogen worden sind. Erkenntnisse zu "basalen" Bezugsebenen sind häufig eine Voraussetzung für ein Verständnis "darüberliegender" Ebenen. Z.B. sind Biochemie und Physiologie von Transmittern und Hormonen Grundlagen für Neuroethologie und Verhaltensendokrinologie (Psychoneuroimmunologie). Jede dieser Bezugsebenen ist gleich viel "wert": Kenntnisse der Gesetze der Physik und Chemie reichen nicht aus, um die darüberliegenden Ebenen der neuroanatomischen Schaltpläne oder des Verhaltens zu verstehen: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" (Reduktionismus). Da die Antworten zu den Fragen der Bezugsebenen und zu allen vier Grundfragen widerspruchsfrei zusammenpassen müssen, lassen sich durch Widersprüche die Schwachstellen der theoretischen Vorstellungen aufdecken.


 
     
 
 
 
     
 
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