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Kitzel

 
     
   
das angenehm-unangenehme Gefühl, das bei einer leichten, »krabbelnden« Berührung der Haut entsteht. Besonders empfindlich sind meist die Hand-Innenflächen, die Fußsohlen, die Achselhöhlen. Die Empfänglichkeit für diesen zwiespältigen Reiz ist von der seelischen Verfassung abhängig, zum Beispiel von einer gespannten Erwartung. Oft ist das Kitzeln zugleich eine Liebkosung und eine Neckerei in der Art des Schabernacks. Es erzeugt Lachen und Qual. Die ambivalente Erregung verlangt, ähnlich wie die sexuelle Stimulation, nach Lösung und Befriedigung. Dieser Zusammenhang zeigt sich darin, daß die Kitzligkeit am größten vor der Geschlechtsreife ist und mit dem Wachsen der sexuellen Erfahrung abnimmt. Im Kitzel spie gelt sich dann gerade so die unbestimmte Angst vor der Sexualität wie das Verlangen nach ihr. Das Kitzeln ist eine leicht grausam getönte Zärtlichkeit und verrät auf spielerische Weise den Einfluß der Aggression auf die Liebe. Die Widersprüchlichkeit der Gefühle, die es auslöst, ist so typisch für Reize, die man genießen kann, obwohl sie doch stören, daß »Kitzel« zur Bezeichnung für viele andere Spannungen zwischen Lust und Unlust geworden ist.
 
     
 
 
 
     
 
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