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Klassifizieren

 
     
   
1) ein besonderer Fall von Ordnungsbildung in einem Nervensystem. Klassifizierende Ordnungsbildung ermöglicht Erkennen und angepaßtes Verhalten in einer beliebig komplexen, aber auch durch Regularitäten bestimmten Welt. Niedere Nervensysteme z.B. von Insekten sprechen auf einfache Reize an wie wenn es Kommandos wären. Tinbergen hat das am Beispiel des Paarungsanflugs von Schmetterlingen untersucht. Eine dunkle Figur vor hellem Hintergrund bewegt, genügt für den Anflug. Nervensysteme von Vögeln hingegen sprechen auf Reizkonfigurationen mit angeborenen auslösenden Mechanismen an (angeborener auslösender Mechanismus, Evolutionspsychologie). Höhere Wirbeltiere klassifizieren ihre Umwelt nach den Ähnlichkeiten von Objekteigenschaften und der Art, nach der diese Ähnlichkeiten beantwortet werden müssen: die Merkmale des Raubtieres mit Flucht, das Elterntier durch Nähe, der Partner durch Annäherung zur Zweisamkeit oder zur Paarungszeit. Primaten verfügen über differenziertere Formen der Klassifizierung ihrer Umwelt. Ihre Sozialbezüge sind keineswegs nur nach Partner vs. Feind klassifiziert. Viele unterschiedliche Formen der Partnerschaft müssen unterschieden und klassifiziert werden. Wirkliche und mögliche Bundesgenossen werden unterschieden, Freunde verschiedenen Grades, Allianzen werden danach gebildet. Klassifizierungsleistungen des Menschen sind die Grundlage der Begriffsbildung. Die Ähnlichkeiten der ersten Begriffe werden nach den gemeinsamen Merkmalen bestimmt. Und sie werden benannt: Alles, was kuschelig ist, erhält eine silbenähnliche Benennung, alles, was weggeht oder ankommt, erhält einen je eigenen Namen. Von daher bauen sich die Benennungen der Begriffe als Grundbausteine für ein mentales Lexikon auf. Durch die Benennung von Benennungen entsteht im menschlichen Gedächtnis eine Metaebene des Wissens und Denkens. Dazu gehört auch die Klassifizierung von Begriffen, z.B. in Form grammatischer Kategorien wie Verb, Substantiv oder Präposition. Auch die Klassifizierung logischer Aussagen gehört hierher. 2) erster Schritt bei der Datenverarbeitung und -auswertung (Forschungsmethoden).


 
     
 
 
 
     
 
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