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primäre Sozialisation

 
     
   
Bezeichnung für die Phase der Sozialisation, in der die kognitive Entwicklung eines Individuums innerhalb der Familie im Mittelpunkt steht. In diesem Zusammenhang konkurrieren unterschiedliche Phasenmodelle, wie z.B.:

– Nach Freud (Psychoanalyse) durchläuft das Individuum mehrere psycho-sexuelle Phasen (oral, anal, genital), wobei die Fixierung auf eine bestimmte Entwicklungsstufe zur Herausbildung spezifischer Persönlichkeitsstrukturen führt.

– Aus der Entwicklungspsychologie bietet sich das Konzept der Ich-Identität von Erikson an, wonach Identitätsbildung in bewußter Abgrenzung zu den Eltern und der Suche nach neuen Beziehungsformen zu diesen erfolgt (Identität).

Der zentrale Sozialisationsagent in der primären Sozialisation ist die Familie. In ihr verbinden sich allgemeine Wertvorstellungen und konkrete gesamtgesellschaftliche Entwicklungen. Gleichzeitig erreicht sie einen Autonomiegrad, der sowohl zur Entwicklung individueller Entfaltungsmöglichkeiten als auch zur nachhaltigen Manipulation der Familienmitglieder eingesetzt werden kann. Störungen der primären Sozialisation können auftreten durch Untersozialisation (z.B. einseitige Ausrichtung auf Strafe), durch Übersozialisation (z.B. overprotection) oder durch Fehlsozialisation (z.B. ungeeignete Modelle). Dieses klassische Wirkungsmodell wird zunehmend dahingehend erweitert, auch die Einflüsse des Sozialisanden auf das interaktionistische Geschehen mitzuberücksichtigen.


 
     
 
 
 
     
 
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