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Selbstkonzept der Selbstdurchsetzung

 
     
   
wird durch kulturelle Gewalt hervorgebracht, gewinnt vornehmlich bei Menschen mit höherem Bildungsniveau zunehmend an Bedeutung und entspricht der machiavellistischen Orientierung, mit Werten, Normen und Moral instrumentalistisch, zugunsten des eigenen Machtzuwachses oder der Machterhaltung, umzugehen, also alles daran zu setzen, die eigene Einzigartigkeit durchzusetzen bzw. zu bewahren. Wie sich aufzeigen läßt, setzt sich im Verlauf industriewirtschaftlicher Modernisierung in zunehmendem Maße ein ganz spezifischer Typ der Orientierung gegenüber sozialen Normen durch, die ”utilitaristisch-kalkulative Perspektive". Menschliches Verhalten – und dies ist Ausdruck kultureller Gewalt – wird mehr und mehr von einer reinen Kosten-Nutzen-Rechnung geleitet, illegitimes Verhalten entsprechend nicht als pathologisch angesehen, sondern als durchaus rationale Form der Konfliktlösung. Entsprechend muß die eingangs formulierte Hypothese von Elias, daß körperliche Gewalt im Laufe des Zivilisationsprozesses zurückgedrängt, gedämpft wird, auf die expressive Gewalt beschränkt werden. Demgegenüber können wir eine Zunahme der instrumentellen Gewalt feststellen in dem Sinne, daß sich die Balance zwischen expressiver und instrumenteller Aggression in Richtung instrumenteller Aggression verschiebt. Die Bedeutung der Unterscheidung zwischen expressiver und instrumenteller Gewalt wird nicht nur bezüglich kultureller Vergleiche gewalttätigen Verhaltens evident, sondern auch, wenn wir uns aktuelle Gewalthandlungen z.B. der Hooligans vor Augen führen, deren Gewalthandeln weitgehend als expressive Gewalt gesehen werden muß. Bezüglich der These von der Zunahme von instrumenteller Gewalt kann und darf aber nicht übersehen werden, daß die zunehmende Tabuisierung von körperlicher Gewalt zu einer Zunahme der Sensibilität gegenüber Gewalt führt: Wir nehmen Gewalthandlungen bewußter wahr. Diese Erkenntnis wird gerade bei der These der Brutalisierung bzw. Zunahme von Gewalt in unserer Gesellschaft und vor allem auch bei der Diskussion der massenmedialen Präsentation von Gewalt zu wenig reflektiert.

Literatur

Blinkert, B. (1988). Kriminalität als Modernisierungsrisiko. Soziale Welt, S. 397-412.


 
     
 
 
 
     
 
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