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Altruismus

 
     
   
die »Selbstlosigkeit« im (vermeintlichen) Gegensatz zum Egoismus. Auch der Mensch, der »alles für andere tut«, gewinnt daraus eine Befriedigung seines Selbstgefühls. Sie kann sich bis zur Selbstgerechtigkeit und zum Dünkel steigern. Viele Wohltäter erwarten zum Dank für ihren Altruismus Gegenliebe und Gehorsam. Der Verzicht auf unmittelbar egoistische Befriedigungen kann auch aus einem (unbewußten) Schuldgefühl stammen. Er stellt dann eine Art Selbstbestrafung dar und vermittelt die Genugtuung einer Sühne. Wir können unserem Egoismus nie entrinnen, auch wenn wir die egozentrische Einstellung überwinden müssen, daß nur die eigenen Wünsche zählen.Uneigennützigkeit, Nächstenliebe. Psychologisch ist der Begriff ebenso schwer zu definieren wie sein Gegenstück, der Egoismus (Selbstliebe). Einem Bettler eine Münze zu geben, ist auf den ersten Blick eine altruistische Handlung. Doch läßt sich unschwer einwenden, daß sie auch durchaus egoistisch sein kann, etwa indem sich der Geber Lohn im Jenseits erhofft oder sein Selbstgefühl durch seine Mildtätigkeit steigert - auch, ja gerade dann, wenn die altruistischegoistische Handlung ein echtes Opfer darstellt. So gesehen, dient das Begriffspaar Altruismus - Egoismus eher dazu, die psychologische Grundlage des Gebens und Nehmens zu verschleiern und Wertbegriffe an die Stelle einer Analyse zu setzen.
 
     
 
 
 
     
 
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