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Bernheim

 
     
   
Bernheim, Hippolyte, 1840-1919, im elsässischen Mulhouse geborener Psychiater, der sein Medizinstudium in Straßburg unter Sedillot und Koeberle absolvierte, bevor er seine Kenntnisse in Paris und Berlin (bei Virchow) vertiefte, um schließlich zurückzukehren. Nach den Kriegswirren um Sedan und den französisch-deutschen Friedensbemühungen wurde die medizinische Fakultät von Straßburg nach Nancy verlegt, wo man ihn zum Professor ernannte. Er arbeitete seit 1882 zusammen mit Libeault, der die Bedeutsamkeit von Suggestionen für die Einleitung hypnotischen Schlafs erkannt hatte, auf den Gebieten der Hysterie und der Hypnose. Er weitete seine anfänglichen Studien immer mehr zu einem umfassenden Werk über suggestive Therapie aus. Bernheims Werk besticht durch präzise Beobachtungen und zog im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert weite Kreise. Freud, Scott und Baldwin griffen seine Gedanken auf. Freud bezeichnete Bernheim als den Vater der psychosomatischen Medizin. Die neuropsychiatrische Schule Nancys verdankt ihm maßgeblichen Aufschwung. Neun Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst (1910) starb er enttäuscht über den seines Erachtens nur bescheidenen Widerhall seiner Theorien in Paris.
 
     
 
 
 
     
 
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