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Düker

 
     
   
Heinrich, 1898-1986, Psychologe, Philosoph und Widerstandskämpfer aus Dassel (Weserbergland), hatte große Bedeutung für die Entwicklung der Pharmakopsychologie in Deutschland. Er nahm 1920 sein Psychologiestudium in Göttingen auf, promovierte (1925) und habilitierte sich (1929) bei Narziß Kaspar Ach mit einem Thema aus der Willens- und Arbeitspsychologie (sog. Chronotyper zur Erfassung schnell aufeinander folgender Reaktionen und zur Feststellung der Dauer simultaner Vorgänge). Da er zusammen mit einigen anderen deutschen Wissenschaftlern schon seit den zwanziger Jahren den faschistischen Tendenzen entgegentrat, wurden 1933 Ermittlungen gegen ihn durchgeführt. Nach seiner Entlassung aus dem universitären Dienst und dem Entzug seiner Lehrbefugnis auf Grund angeblicher Unwürdigkeit folgte 1937 die Verhaftung und Verurteilung zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe in Wolfenbüttel. Bis 1944 war er Pharmakopsychologe bei der Schering AG und setzte sich für die finanzielle Unterstützung von Naziopfern ein. Nach einer einjährigen Haft im Konzentrationslager Sachsenhausen wurde Düker 1945 Professor in Göttingen, bevor er ein Jahr später einen Ruf nach Marburg annahm (bis 1967). Er ist der Initiator der Tagung experimentell arbeitender Psychologen (TeaP). Düker leistete einen frühen Beitrag zur experimentellen sonderpädagogischen bzw. arbeitspsychologischen Forschung, indem er feststellte, daß kontinuierliche einfache Aufgaben manueller oder kognitiver Art als weniger anstrengend eingestuft wurden, wenn die Arbeitsgeschwindigkeit extern vorgegeben wird. Seine Studien zur "Ausbildung des Wollens" mündeten in ersten motivationspsychologischen Programmen zur Förderung des Leistungsmotivs. Sein von Zivilcourage geprägtes Leben war vom Ideal einer gerechten Gesellschaft durchsetzt. Düker starb 1986 in Saarbrücken.


 
     
 
 
 
     
 
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