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Folter

 
     
   
eine Handlung, durch die einer Person vorsätzlich, planmäßig und böswillig körperliches oder seelisches Leid durch eine oder mehrere Personen zugefügt wird, die allein oder auf Weisung jeglicher Amtsgewalt oder aus sonstigem Grunde handeln, um eine Person zu zwingen, Informationen preiszugeben und ein Geständnis abzulegen (Erklärung von Tokio des Weltärztebundes, 1975). Folter ist ein weltweit in mehr als 90 Ländern eingesetztes Instrument der Macht einer herrschenden Gruppe, um Eigeninteressen und Machterhaltung durchzusetzen. Folter und deren Folgen (Folterfolgen) entziehen sich üblicherweise der normalen Beobachtung. Folter gedeiht in der politischen Dunkelheit und umhüllt sich mit einer "Konspiration des Schweigens". Genaue Häufigkeitszahlen sind deshalb schwierig zu erheben. Wie Untersuchungen in westlichen Exilländern zeigen, sind 5 bis 35 % aller Flüchtlinge gefoltert worden.

Die Geschichte der Folter ist eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Seit Menschengedenken wird eine Unzahl von abartigen körperlichen und seelischen Folterpraktiken angewandt (Foltermethoden, Gehirnwäsche). Seit jeher werden Folterpraktiken als Herrschaftsmittel eingesetzt: Durch die Folter sollen Menschen zur Preisgabe von Informationen, zum Verrat oder der Beschuldigung von anderen Menschen gezwungen werden. Folter beabsichtigt die Zerstörung der Persönlichkeit ihrer Opfer, nicht den Tod. Sie werden eingeschüchtert, isoliert, gedemütigt und gequält, bis sie ihre ursprünglichen Lebensziele und Lebensideale nicht mehr verfolgen können. Sie sollen für andere zur Warnung, zum abschreckenden Mahnmal werden.


 
     
 
 
 
     
 
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