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Fremdenfeindlichkeit

 
     
   
auch: Ausländerfeindlichkeit, ethnische Ausgrenzung, zu deren Erklärung neben der sozialpsychologischen Theorie sozialer Identität und der Autoritären Persönlichkeit folgende Ansätze herangezogen werden: 1) Soziale "Desintegration" im Gefolge der Individualisierung zerstöre den soziokulturellen Wert traditioneller biographischer Pläne, Bildungsabschlüsse und Gruppenzugehörigkeiten und vermittle durch verschärfte wirtschaftliche Konkurrenz Erfahrungen von Ohnmacht, Vereinsamung und Entsolidarisierung, die die rechtsextreme Clique durch eine Ideologie der Zugehörigkeit, Machterfahrungen und soziale Unterstützung kompensiere. 2) Die die Gewaltbereitschaft tragende Generation weise infolge einer mutterzentrierten, unstrukturierten familialen Sozialisation besonders häufig den narzißtisch gestörten "Neuen Sozialisationstypus" auf, der ein fragmentiertes Körperbild durch Gewalt stabilisiere und in der Gruppe symbiotische Verschmelzungswünsche auslebe. 3) Schließlich sei Erfolg und Überlegenheit auch der Leitwert der gesamtgesellschaftlichen "Dominanzkultur", welche allenthalben Ausgrenzung legitimiere und einübe und von Gewalttätern nur besonders offen realisiert werde. 4) Den durch Demoskopie und Interviewstudien in Deutschland noch immer nachweisbaren Antisemitismus betrachtet die Forschung zumeist als tabuisierte kulturelle Unterströmung, die zu Fremdenfeindlichkeit beiträgt, aber von ihr weitgehend unabhängig exisitiert.


 
     
 
 
 
     
 
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