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Helmholtz

 
     
   
Hermann Ludwig Ferdinand von, 1821-1894, deutscher Mediziner, Physiologe und Physiker, einer der vielseitigsten Naturwissenschaftler seiner Zeit; seine wissenschaftlichen Arbeiten lieferten grundlegende, erkenntnistheoretische Fortschritte auf den Gebieten der Physiologie, Optik, Akustik und Elektrodynamik. Seine Interessen und Forschungen galten aber ebenso der Musik, Mathematik, Philosophie und Psychologie. 1838 besuchte er als Schüler des Physiologen Johannes Peter Müller (mit dem zusammen er das "Gesetz der spezifischen Sinnesenergien" aufstellte: Sinnesorgane nehmen nur solche Reize wahr, die ihnen adäquat sind) das Friedrich-Wilhelm-Institut für Medizin in Berlin und war als Militärarzt und Anatomielehrer tätig. 1949 wurde er Professor für Physiologie und Physik in Königsberg, 1955 für Anatomie und Physiologie in Bonn, 1858 für Physiologie in Heidelberg (wo Wilhelm Wundt bis 1862 sein Assistent war), und 1871 für Physik in Berlin. In seiner Arbeit "Über die Erhaltung der Kraft" (1847) beschrieb er die Wärmeproduktion und Muskelkontraktion des Muskels. Seine Untersuchungen zur Muskeltätigkeit führten zum universell gültigen Gesetz von der Erhaltung der Energie. Bei seinen Untersuchungen an Nervenfasern von Fröschen gelang es ihm 1852 als erstem, die Fortpflanzungsgeschwindigkeit von Nervenreizen zu messen. Sein 1867 veröffentlichtes "Handbuch der Physiologischen Optik" wurde jahrzehntelang zum Standardwerk der Physiologie und Physik des Gesichtssinnes (Gesichtswahrnehmung). Er entwickelte augenoptische Untersuchungsinstrumente wie den Augenspiegel, mit dessen Hilfe man in das Innere des Auges blicken kann, und erweiterte die Theorie des Farbensehens und der Farbwahrnehmung. In seinem Werk "Lehre von den Tonempfindungen als Grundlage für die Theorie der Musik" (1863) legte er die Ergebnisse seiner Untersuchungen zur Akustik nieder und formulierte die Resonanztheorie des Hörens, nach der bestimmte Organe des Innenohres als Resonanzkörper zur Weiterleitung der Schallwellen dienen. Helmholtz vertrat die Auffassung, daß physiologische und auch anorganische Parameter beobachtbar seien und mit Mitteln der Mechanik erfaßt und gemessen werden können. Er befaßte sich mit rein physikalischer Forschung wie der Thermo- und Elektrodynamik, die er auf wenige mathematische Prinzipien zu reduzieren suchte. Auf dem Gebiet der Meteorologie wandte er ebenfalls den mechanistischen Ansatz an. Er versuchte, Naturerscheinungen wie Gewitter und Wirbelstürme, Luft- und Wasserwellen mathematisch darzustellen und begründete damit die wissenschaftliche Meteorologie. Für die Psychologie heute noch von großer Bedeutung ist seine Erkenntnis, daß in jede Beobachtung, und sei sie durch noch so exakte Messung gestützt, immer die Person des Beobachters, seine früheren Erfahrungen, Erwartungen und Vorurteile mit eingehen.


 
     
 
 
 
     
 
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