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Kant

 
     
 
Immanuel, 1724-1804, Königsberger Philosoph der Aufklärung. Kant studierte 1740 bis 1746 in Königsberg, wurde Magister der Philosophie und habilitierte sich 1755. Er las zunächst über Mathematik und Physik, später auch über Logik und Metaphysik. 1770 wurde er dort Ordinarius für Logik und Metaphysik. Kant entwickelte eine Erkenntnistheorie, in der Raum und Zeit apriorische Formen der Anschauung sind, innerhalb deren Gerüst die empirischen Anschauungen der Sinne aufgefaßt werden. Da dieser Sachverhalt die Voraussetzung der (auch wissenschaftlichen) Erkenntnis der Welt ist, kann er nicht selbst Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein, und somit kann er auch nicht Gegenstand psychologischer Überprüfung werden. Die Kritik der reinen Vernunft (1781, 2. Auflage 1787), die dies darlegt, revolutionierte die Philosophie des 18. Jahrhunderts, indem sie den bisherigen Gegensatz zwischen empiristischer und rationalistischer Erkenntnistheorie aufhob. Seine Auffassung des menschlichen Geistes ist der Vermögenspsychologie seiner Zeit verpflichtet. Die rationale Psychologie, wie sie Christian Wolff explizierte, weist er allerdings als Blendwerk von Fehlschlüssen zurück. Ausführlich beschäftigt sich Kant mit psychologischen Fragen auf der Ebene der empirischen Psychologie wie Gefühl, Begehren, Charakter in seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht (1798).

Für eine präzise Wissenschaft der Psychologie sieht Kant nur wenige Möglichkeiten, insbesondere da psychischen Erscheinungen nur eine einzige Dimension, die Zeit, eigen sei. Das aber gebe zu wenig Möglichkeiten zu einer mathematischen Fassung des psychische Geschehens, wie sie in der Physik so erfolgreich gewesen sei. Im 19. Jahrhundert versuchte unter anderen Johann Friedrich Herbart mit seiner Mathematischen Psychologie diese Aussage Kants als ungültig zu erweisen.

Literatur

Meyer, J. B. (1870). Kant’s Psychologie. Berlin: Hertz

Prel, C. du (Hrsg.). (1889). Immanuel Kants Vorlesungen über Psychologie. Leipzig: Ernst Günther.

Kitcher, P. (1990). Kant’s transcendental psychology. New York: Oxford University Press.


 
     
 
 
     
 
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