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Herbart

 
     
   
Johann Friedrich, 1776-1841, Philosoph, Pädagoge, Musiker und Psychologe, studierte 1794 an der Universität in Jena Jura und Philosophie. Danach ging er für einige Jahre als Hauslehrer in die Schweiz, wo er das Werk des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi kennen lernte. Er habilitierte sich 1802 an der Universität in Göttingen, erhielt 1805 den Ruf auf den dortigen Lehrstuhl für Philosophie und las 1806 zum ersten Mal über Psychologie. 1809 wechselte er an die Universität Königsberg, wo er den Lehrstuhl von Immanuel Kant übernahm. 1833 übernahm er wieder einen Lehrstuhl in Göttingen, wo er bis zu seinem Tod lebte. Herbarts Pädagogik zielte durch eine Erziehung zu Zucht und Sitte einerseits und durch einen Unterricht, der die individuellen Anlagen wecken soll, andererseits, darauf ab, den Menschen zu einem Bewußtsein sittlicher Grundideen und zu sittlicher Selbstbestimmung zu befähigen. Seine Philosophie geht von der Analyse der Erfahrung aus und befaßt sich mit Fragen der Logik und Metaphysik wie auch mit solchen der Ästhetik. Herbart kritisierte eine Psychologie, die von getrennten geistigen Fähigkeiten und seelischen Vorgängen ausgeht und setzte ihnen die Behauptung entgegen, daß alle geistigen Phänomene auf dem Zusammenspiel elementarer Ideen beruhten. Er prägte den Begriff des "flüssigen Wesens" der Psychologie und versuchte als einer der ersten, Seelisches mit mathematischen Modellen zu erfassen und die Psychologie mathematisch zu begründen (Mathematische Psychologie). Damit beeinflußte er vor allem Gustav Theodor Fechner. Nach Herbart sollten die Erziehungsmethoden und -systeme auf Psychologie und Ethik aufbauen, wobei die Psychologie das notwendige Wissen vermitteln und die Ethik den sozialen Zweck der Erziehung bestimmen helfen sollte.


 
     
 
 
 
     
 
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