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Männlicher Protest

 
     
   
nach Alfred Adler zunächst das Aufbegehren vieler Frauen gegen die Einschränkun gen, die die traditionelle weibliche Geschlechtsrolle ihnen auferlegt. Dieses Konzept des ehemaligen Freud-Schülers entspricht also ungefähr den sozialen Anlässen, die zum Penis-Neid beitragen, wie Freud ihn sah. Aber auch der Mann selbst protestiert gegen seinen inneren Anteil an Weiblichkeit und gegen seine Abhängigkeit von der Frau als Mutter und als Sexualobjekt. Psychoanalytisch würde man sagen, er fürchtet sich vor seiner Verweiblichung, letzten Endes vor seiner Kastration. Nur sieht Adler das Problem nicht so sehr im sexuellen wie im Macht-Verhältnis. Ähnlich wie seine Auffassung vom Minderwertigkeitskomplex wird auch sein Konzept vom männlichen Protest von der Psychoanalyse als Ausdruck des Kastrations-Komplexes verstanden. Als Reaktion, oder wie Adler sagen würde: als Überkompensation auf den Konflikt äußert sich der männliche Protest oft als Bemühung der Frauen –oder auch der Männer – sich kraß »männlich«, zum Beispiel sehr aggressiv zu geben.Bei Männern und Frauen im Zuge einer Bewältigung von Minderwertigkeitsgefühlen auftretende Neigung, weiblich, abhängig und passiv scheinende Regungen abzuwehren, um jeden Preis eine herrschende und aktive Rolle zu spielen. Der männliche Protest kann nur in patriarchalisch aufgebauten (also von Männern und einem Ideal «harter Männlichkeit» beherrschten) Gesellschaften auftreten. Laut A. Adler, der den Begriff prägte, kennzeichnen ihn vor allem Trotz, Überempfindlichkeit, Machtstreben und Ehrgeiz.
 
     
 
 
 
     
 
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