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Ressourcen therapeutische

 
     
   
im Wortsinn: zurück zu der Quelle, Hilfsmittel, Hilfsquelle; das, was eine Person/ein Therapeut gut kann: Lernressourcen, Ressourcen der Einsicht in das eigene Unbewußte, der Selbsterfahrung und Selbstentfaltung, des Familienverbandes. Oft wird das, was eine Person gut kann, von ihr selber verleugnet und von ihrer Umgebung – Familie, Freunde, Partner – sanktioniert oder als nicht erwünscht bezeichnet. Jedoch: “Der Mensch hat alle Ressourcen zur Lösung seiner Probleme in sich, das Problem ist das beste für ihn, und er verfügt über die besten Mittel, um dieses Problem zu lösen” (Virginia Satir). Das gilt auch für die Person des Therapeuten oder Helfers, der seine Hilfsquellen nicht nutzt, weil in seiner Methode oder in seinem Rollenverständnis ein bestimmtes Vorgehen und Verhalten vorgeschrieben oder anscheinend hilfreich ist. Hilfsquellen können sein: eigene Gefühle in der Beratungsbeziehung (Langeweile, Überdruß, Ärger, Freude), die Wahrnehmung der eigenen Körpersprache und der des Klienten, die Bildung von Hypothesen aus der Wahrnehmung, die Zulassung von Bildern im Kopf.

Man kann verborgene Ressourcen an dem Widerspruch erkennen zwischen dem, was ein Mensch sagt, und seiner Körperhaltung oder Stimmlage, die nicht zu dem paßt, was er sagt. Oft gibt es nur ein Gefühl dafür, daß irgendetwas nicht stimmt und nicht authentisch ist. Diesen Widerspruch zu erkennen, sich von voreiliger Betroffenheit fernzuhalten und eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber den eigenen erlernten Methoden und Rollen zu haben, daraus eine Hypothese zu bilden und die Ressource herauszuarbeiten, bedeutet kreativ zu sein in der Kunst der Umdeutung, der positiven Konnotierung.

Auch die Probleme des Klienten haben mit Ressourcen zu tun – deren Defizite, Mängel, Probleme, Fehler im Denken und Fühlen zu akzeptieren, sie sich akzeptierend und einfühlend anzuhören, die Funktion des Symptoms bzw. Defizits zu nutzen und die Problemseite des Klienten aktiv als Ressource aufzugreifen. Die Seite, die der Klient im Problem auslebt, das Problemmuster, sollte wichtig genommen und gewürdigt werden. Denn manchmal ist das Problem ein Lösungsversuch, der bestimmten Zielen dient – in dem Glauben, daß diese Ziele nur dadurch erreicht werden können. Das Problem ist eine unbewußte aktive Wahl, die gestalterische Kraft braucht, sonst kann sich gar kein Problem entwickeln. Diese Kraft ist die Energie, die man nutzen kann, wenn man die Sinnhaftigkeit der Sehnsucht dahinter versteht, sie würdigt und dann schaut, wie man sie vielleicht auf andere Weise nutzen kann.

Ressourcenorientierung bedeutet nicht das “Bemühen um die guten Seiten des anderen Menschen”. Der manchmal benutzte Satz von Helfern “Sie haben aber neben diesem Problem auch ganz viele Stärken” verkennt die Situation. Der Klient fühlt sich nicht akzeptiert, der Therapeut ist ungeduldig, und der Streit beginnt. Auch “positives Denken” ist kontraindiziert und nimmt die Problemseite nicht ernst.


 
     
 
 
 
     
 
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