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Psychologielexikon

Überarbeitete Ausgabe

Psychologielexikon

Sedativa

Autor
Autor:
Anneliese Widmann-Kramer

Beruhigungsmittel, unspezifisch dämpfende Substanzen. In höheren Dosen wirken sie als Hypnotika, in niedrigen Dosen affektiv und motorisch dämpfend. Wegen ihrer ermüdenden Wirkung ist ihr Einsatz seit Entwicklung der Tranquilizer stark zurückgegangen. Zu den Sedativa werden vor allem solche Mittel gezählt, die beruhigend und hemmend auf verschiedene Funktionen des Nervensystems und anderer Körpersysteme wirken (bei gleichzeitig fehlender einschläfernder Wirkung). Sie werden daher auch als "Tagesberuhigungsmittel" oder "Beruhigungsmittel am Tage" bezeichnet. Eine eindeutige Trennung von Schlafmitteln ist allerdings häufig nicht möglich (Psychopharmaka, Pharmakopsychologie, Hypnotika). Sedativa sind das Gegenteil von Stimulantien. Es gibt eine große Reihe von Pharmaka, die als Sedativa eingestuft werden können, wie z.B. Alkohol, Morphin, Tranquilizer und Betablocker. In technischer Hinsicht gelten Betablocker nicht als Sedativa, doch sie wirken hemmend auf das kardiovaskuläre System, indem sie die Herzfrequenz und den Blutdruck senken. Morphin hingegen hemmt die Aktivität des kompletten Nervensystem und wird als echtes Sedativum angesehen. Anwendungsgrund für Sedativa ist v.a. die Reduktion von Angst. Sedativa werden auch bei Wettkämpfen eingesetzt, u.a. um das Muskelzittern zu reduzieren, was außer Schützen auch Ballettänzer, Skispringer und Eiskunstläufer nutzen. Zweitens setzten verschiedene Sedativa die Schmerzempfindlichkeit während Belastungen herab. Dies hat wiederum eine stimulierende Wirkung, denn es steigert z.B. die Leistungsfähigkeit des Sportlers.


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