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Wohnzufriedenheit

 
     
   
die Zufriedenheit von Nutzern als Kriterium für gelungene Planungen und Prädiktor für Umzüge, Vandalismus, Streit mit Architekten, Vermietern und Nachbarn. Zwei Definitionen: 1) Der Grad der Zufriedenheit mit einem Objekt ist gleich der Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person bei gegebenen Möglichkeiten ihre Umwelt nicht ändert. 2) Zufriedenheit ist der Grad, in dem eine Person den Eindruck hat, daß die Wohnumwelt ihr bei der Erreichung ihrer Ziele dient. Diese Ziele sind oft von einem Vergleichsstandard der Nutzer – frühere Wohnerfahrungen, das Wohnen von Nachbarn, Freunden, Kollegen, Idealvorstellungen – abhängig. Im Gegensatz zu Arbeitszufriedenheit ist bei Wohnzufriedenheit Vorsicht bei der Interpretation geboten: 1) „Zufriedenheitsparadox": In den meisten Studien geben mindestens 80 % der Befragten an, zufrieden bis sehr zufrieden mit ihren Wohnbedingungen zu sein; diese Werte sind höher als die Befunde zur objektiven Wohnsituation nahelegen. Außerdem sind die Gesamtzufriedenheiten meist höher als Angaben zu einzelnen Aspekten. Spitzenreiter in den fälschlicherweise hohen Angaben sind ältere Menschen, Frauen und Angehörige niedriger Einkommensschichten. Gründe dafür sind subjektiv fehlende Möglichkeiten zur Änderung, die mit Resignation und kognitiver Dissonanz einhergehen. 2) Das gegenteilige Problem, das Unzufriedenheitsdilemma, gilt für anspruchsvolle Nutzergruppen. 3) Planer gehen oft davon aus, daß je besser die objektiven Merkmale sind, desto höher auch die Zufriedenheit ist. Nach psychologischen Erkenntnissen jedoch ist Wohnzufriedenheit schon erreicht, während objektive Wohnqualität noch u.U. kostenintensiv verbessert werden kann.


 
     
 
 
 
     
 
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