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Akzeptanzprobleme der Angewandten Psychologie

 
     
   
Akzeptanzprobleme der Angewandten Psychologie, treten auf, wenn sich Psychologen bemühen, praktische Probleme zu lösen und damit verbundene Ziele zu verfolgen (nutzergerechte Software, Rehabilitation nach schweren Verletzungen, "Wohlbefinden", Humanisierung von Arbeitsverhältnissen usw.). Die in diesen Feldern Tätigen, z.B. Betriebswirte oder Ingenieure, versuchen oft, die praktischen Probleme, die sich ihnen stellen, selbst zu lösen, statt auf die Theorien der Psychologie zurückzugreifen. Sie tun dies aus mehreren Gründen:

1) Ein sehr naheliegender Grund ist: Die Kapazität der Psychologie zur Lösung einschlägiger Probleme ist nicht genügend bekannt, andererseits ist diese Kapazität selbst noch begrenzt.

2) Die Problemlage, soweit sie den "menschlichen Faktor" betrifft, erscheint den Akteuren im Feld häufig als eher simpel und personabhängig ("Wenn die Leute nur wollen!", "Sollen besser aufpassen!"), Demotivation oder mangelnde Aufmerksamkeit werden häufig als Ursache für einen Leistungsabfall oder andere Abweichungen vom "Normalbetrieb" genannt. Tatsächlich ist die Wirklichkeit, auf die die Psychologie angewendet werden soll, viel komplexer und variablenreicher, als der Laie vermutet. Dies wird aber den Beteiligten zumeist erst klar, wenn der Psychologe seinen analytischen Blick auf eben diese Wirklichkeit gerichtet hat.

3) Die in einem Feld Tätigen halten sich für kompetent, ein Problem mit einem Schwerpunkt im Verhalten Beteiligter selbst zu lösen, denn sie verfügen gewöhnlich über eigene und damit subjektive Verhaltenstheorien. Solche Theorien versprechen schnelle Antworten auf Fragen wie z.B. "Warum tut jemand dies oder das? Wie wird es weitergehen?"(Wenninger, 1991). Laientheorien ermöglichen es, Beobachtetes in überschaubare und begrenzte Wenn-Dann-Einheiten zu gliedern und eigenes Verhalten danach auszurichten.

4) Auch wenn die Psychologie durchaus bekannt ist, gibt es doch auch massive Widerstände gegen ihre Nutzung, und zwar aus verschiedenen Gründen: Widerspruch zu den eigenen Verhaltenstheorien, Mißbehagen an der Sprache der Psychologen, politische Entscheidungen, Rechtslagen. Hier liegt noch eine große Aufgabe der Vermittlung psychologischen Wissens und der Festigung der Angewandten Psychologie selbst.

Literatur

Wenninger, G. (1991). Arbeitssicherheit und Gesundheit. Heidelberg: Asanger.
 
     
 
 
 
     
 
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