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Beratungsfelder

 
     
   
Beratungsfelder, die gesellschaftlichen Bereiche, in denen professionelle Beratung in institutionalisierter Form stattfindet. Beratung ist eine Folge des Wegbrechens tradierter Informations- und Unterstützungsstrukturen in einer zunehmend komplexer werdenden Welt - mit einerseits vielfältigen Perspektiven und Wahlmöglichkeiten, andererseits aber auch vielfältigen Kompetenzanforderungen und Entscheidungszwängen. Der hierdurch bedingte zunehmende Beratungsbedarf artikuliert sich auf verschiedenen gesellschaftlichen und beruflichen Ebenen. Neben den klassischen Feldern psychosozialer Beratung (Schulberatung, Erziehungsberatung) gewinnen Beratungsaktivitäten in tertiären und quartiären Sozialisationsbereichen (Studium, Beruf) zunehmend an Bedeutung. Bildungsberatung im erweiterten Sinn umfaßt neben Schullaufbahnberatung auch Studien-, Weiterbildungs- und Berufsberatung. Weitere Tätigkeitsfelder für Berater eröffnen sich aufgrund aktueller gesellschaftlicher Problemlagen: Arbeitsmöglichkeiten in Kliniken, Kur- und Rehabilitationsanstalten sowie bei Katastrophen (Patientenbetreuung, Operationsbegleitung, Trauerarbeit, Notfallbetreuung), ebenso die Arbeit im Suchtbereich (Sucht), in der Schwangerschaftskonfliktberatung, in Heimen und Stätten offener Jugendarbeit. Die Globalisierung der Wirtschaft zwingt die Betriebe, ihre tradierte Arbeitsweise, Entscheidungs- und Kommunikationsstruktur, Betriebshierarchie und Mitarbeiterführung zu überdenken und zu verändern. Die Mißerfolge einer ausschließlich betriebswirtschaftlich bestimmten Veränderung (tradierte Unternehmensberatung) sind offensichtlich. Lernende Organisationen signalisieren Beratungsbedarf in Personalplanung, -beschaffung und -entwicklung, Betreuungs- und Weiterbildungsbedürfnisse im Zusammenhang mit verbesserter Kundenorientierung, Öffentlichkeitsarbeit, Kooperation der Mitarbeiter, Umstellung auf neue Anforderungsstrukturen oder Veränderung tradierter Arbeitsabläufe, Entscheidungs- und Hierarchiestrukturen. Die Rekrutierung der Berater in den zuletzt genannten Tätigkeitsfeldern ist wenig formalisiert und weitgehend ohne feste Ausbildungsgänge. Dies erschwert zum einen nicht unbeträchtlich Zugang, Auf- und Ausbau der Beratung, enthält andererseits aber auch die Chance der Gestaltung. Für Psychologen werden diese potentiellen Tätigkeitsfelder von Beratung nur dann hinreichend erschließbar sein, wenn sie sich in ihren Kompetenzen über die tradierte klinisch-therapeutische Orientierung hinausbegeben und sich vor allem pädagogischen, wirtschaftlichen, organisatorischen, systemorientierten und ökologischen Sichtweisen vermehrt öffnen.
 
     
 
 
 
     
 
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