A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

 

 

Einstellungszugänglichkeit

 
     
   
attitude accessibility, Abrufbarkeit der im Gedächtnis gespeicherten Einstellungen, zählt neben Arbeiten zur Struktur und Funktion von Einstellungen als Aspekt des Konzepts der Einstellungsstärke (attitude strength) zu den Schwerpunkten der neueren Einstellungsforschung, wobei von der Übertragbarkeit sowohl der Konzepte wie der grundlegenden empirischen Befunde auf die Vorurteils-und Stereotypenforschung ausgegangen werden kann.

Vor allem bei den neueren Konzeptionen von Stereotypen und Vorurteilen wird davon ausgegangen, daß Stereotype und Vorurteile kategoriale Repräsentationen von Gruppen und ihren Mitgliedern sind, die dann aktiviert werden, wenn man z.B. auf Mitglieder einer solchen Gruppe trifft oder über sie redet oder über sie reden hört. Welche Stereotype und Vorurteile in derartigen Situationen ablaufen, hängt vor allem von der Zugänglichkeit oder Abrufbarkeit der im Gedächtnis gespeicherten Vorurteile und Stereotype ab. Schneller und leichter abrufbare Stereotype und Vorurteile werden dann auch am ehesten spontan geäußert und ihnen wird, aufgrund ihrer schnellen Verfügbarkeit, auch die größere Zugänglichkeit zugesprochen. Verfügbarkeit (availability) ist dabei die notwendige Voraussetzung für Zugänglichkeit, d.h. die Inhalte von Stereotypen und Vorurteilen sind nur dann aus dem Gedächtnis abrufbar, wenn sie in einer Weise abgespeichert sind, die eine entsprechende Reproduktion aus dem Gedächtnis ermöglicht.

Allgemein läßt sich Zugänglichkeit definieren als "das Aktivierungspotential verfügbaren Wissens". Die am ehesten verfügbare Information, diejenige also, die am leichtesten und schnellsten zugänglich ist, ist in der Regel auch diejenige, die für unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen am bedeutsamsten ist. Einstellungen, aber auch Stereotype und Vorurteile, lassen sich als Verknüpfungen eines Einstellungsgegenstandes mit einer Bewertung definieren. Die Zugänglichkeit einer Einstellung, d.h. die Geschwindigkeit mit der sie abrufbar war, läßt sich z.B. dadurch erhöhen, wenn man das Interesse an der Einstellung erhöht, die Motivation oder die emotionale Betroffenheit erhöht, oder aber wenn die Einstellung in der Vergangenheit häufig aktiviert wurde. Einstellungen, die durch Erfahrung, häufigen Umgang oder Übung mit einem bestimmten Einstellungsgegenstand erworben wurden, haben auch zu einer höheren Einstellungs-Verhaltens-Konsistenz geführt. Besonders bedeutsam für die Zugänglichkeit ist allerdings die Stärke der assoziativen Verknüpfung von Gegenstand und Bewertung. Es hat sich nachweisen lassen, daß ausgeprägte assoziative Verknüpfungen zur automatischen Aktivierung einer Einstellung führen, wenn die Personen den Einstellungsgegenstand nur wahrnehmen und es im Anschluß daran zu einem der Einstellung entsprechenden Verhalten kommt.

Literatur

Fazio, R. H. (1989). On the power and functionality of attitudes. The role of attitude accessibility. In A. R. Pratkanis, St. J. Breckler, & A. G. Greenwald (Eds.), Attitude structure and function. (pp. 153-179). Hillsdale, NJ : Lawrence Erlbaum.

Fazio, R. H.(1995) Attitudes as object-evaluation associations: Determinants, consequences, and correlates of attitude accessibility. In R. E. Petty, & J. A. Krosnick, (Eds.), Attitude strength (pp. 247-282). Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum.


 
     
 
 
 
     
 
<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Einstellungstheorien
Einstiegsdroge
 
     
     
 

 

 
     

 

   
  Weitere Begriffe : Bilddenker | door-in-the-face-Technik | Spearman`s Rho
PSYCHOLOGY48 | ÜBERBLICK | THEMEN | DAS PROJEKT | SUCHE | RECHTLICHE HINWEISE | IMPRESSUM
Copyright © 2017 All rights reserved. Psychologielexikon