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Emergenz

 
     
   
Begriff aus der Systemtheorie (System), der das selbstorganisierte Entstehen von geordneten Strukturen aus Unordnung (Chaos; Chaostheorie) thematisiert. Der Emergenz verwandt ist der Begriff "Phasenübergang", womit der Übergang zwischen einer bereits bestehenden Struktur in eine neue gemeint ist (griech. phasis = Erscheinungsform), wobei grundsätzlich eine chaotische Phase durchlaufen werden muß. Mit Emergenz verbunden ist die Beziehung zwischen Phänomenen auf mindestens zwei hierarchisch unterschiedlichen Betrachtungsebenen: Die emergenten Eigenschaften auf der Makro-Ebene sind dabei nicht allein aus den Eigenschaften der "Elemente" (im weitesten Sinne) auf der Mikro-Ebene ableitbar, sondern stellen eine neue Qualität dar. So sind z.B. "Gestalten" (Gestaltpsychologie) typisch emergente Phänomene. Wenn sich zwei Menschen erstmals kennenlernen, so bildet sich z.B. aus dem jeweils individuellen Verhaltens-Repertoire (das wiederum durch "Persönlichkeit", "Lebenserfahrung" etc. beeinflußt wird) selbstorganisiert ein Interaktionsmuster heraus. Dieses kann als spezifisches "Regel"-System dieses Paares beobachtet, beschrieben und rekonstruiert werden, und ist weder durch die individuellen vorherigen Verhaltensweisen noch durch Gesellschaft, Kultur etc. allein bestimmt. Emergenz ist eine Herausforderung an das klassische Wissenschaftsverständnis, da sie die prinzipiellen Grenzen thematisiert, die der (heute noch üblichen) analytischen Zergliederung von Phänomenen und die Synthese der Teilerkenntnisse zum Verständnis einer Ganzheit gesetzt sind.

Literatur

Krohn, W. & Küppers, G. (Hrsg). (1992). Emergenz: Die Entstehung von Ordnung. Organisation und Bedeutung. Frankfurt: Suhrkamp.


 
     
 
 
 
     
 
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