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Horney

 
     
   
Karen, 1885-1952, deutsch-amerikanische Psychiaterin und Vertreterin der Neo-Psychoanalyse, wurde in Hamburg geboren und studierte an den Universitäten Freiburg und Berlin Medizin. Nach dem Studium unterzog sie sich einer Analyse bei Karl Abraham, später einer weiteren bei Hanns Sachs. 1914 promovierte sie bei dem Psychiater Karl Bonhoeffer über psychotische Folgen von Hirnverletzungen. 1919 eröffnete sie eine psychoanalytische Privatpraxis, Von 1920 bis 1932 war sie neben Karl Abraham, Melanie Klein, Hanns Sachs und Ernst Simmel Lehranalytikerin am Berliner Psychoanalytischen Institut. 1932 emigrierte sie in die Vereinigten Staaten und wurde Kodirektorin des Chicagoer Psychoanalytischen Instituts. Von 1934 bis 1941 lehrte sie am Psychoanalytischen Institut von New York. 1941 trat Karen Horney aus der New Yorker Psychoanalytischen Gesellschaft aus und wurde Vorsitzende des von ihr mitbegründeten American Institute for Psychoanalysis. Seit 1942 war sie Professorin am New York Medical College. Bereit 1931 hatte Karen Horney einige klassische Positionen der Psychoanalyse zu kritisieren begonnen. So stellte sie das Konzept des Penisneids in Frage und wollte soziologische Komponenten in die Psychoanalyse integrieren. Nach ihrer Emigration geriet ihre Auffassung der Psychoanalyse in immer größeren Widerspruch zu den klassischen Theorien über Libido, Ödipuskomlex, Todestrieb, Über-Ich u.a. Sie begründete eine neofreudianische psychoanalytische Schule, die auf der Annahme basierte, daß viele Formen der Neurose die Folge emotionaler Konflikte sind, die aus Kindheitserfahrungen und späteren Störungen der zwischenmenschlichen Beziehungen resultieren. Sie vertrat die Auffassung, daß derartige Störungen zum großen Teil durch die Gesellschaft bedingt sind, in der ein Mensch lebt, und nicht ausschließlich durch die Triebe. Bei ihr ist die Neurose - zumindest zum Teil - Milieukrankheit, da die Normalität kulturell festgelegt ist. Für die psychoanalytische Therapie forderte sie, das Hier und Jetzt stärker zu betonen und den augenblicklichen dynamischen Faktoren mehr Aufmerksamkeit zu widmen als denen der frühen Kindheit.


 
     
 
 
 
     
 
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