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Jaensch

 
     
 
Erich Rudolf, 1883-1940, deutscher Psychologe, gilt als prominentester Vertreter einer durch die nationalsozialistische Ideologie geprägten Psychologie (Nazi-Psychologie). Studium der Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften, 1910 Habilitation in Straßburg, 1912 Privatdozent in Halle, von 1913 bis zu seinem Tod 1940 Professor für Philosophie und Leiter der Psychologischen Abteilung des Philosophischen Seminars der Universität Marburg. 1933 gründet er dort das Institut für psychologische Anthropologie. Von 1936-1940 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Über Forschungen auf dem Gebiet der Wahrnehmung kam Jaensch zur Typologie. Er vertrat die Ansicht, daß es zwischen optischen Nachbildern und reinen Vorstellungen subjektive Anschauungsbilder gibt. Die sogenannte eidetische Fähigkeit zu deren Produktion sei sowohl an Entwicklungsphasen als auch an typologische Besonderheiten gebunden. Jaensch unterschied hier zwischen verschiedenen Integrationstypen (erleben Anschauungsbilder als Ich-zugehörig) und Synästhetikern. Später differenzierte er seine Typenlehre zunehmend in Einklang mit der nationalsozialistischen Rassenlehre und verschaffte mit der Propagierung eines sogenannten Gegentypus dem Antisemitismus einen systematischen Platz in seiner Theorie.

Literatur

Geuter, U. (1985). Nationalsozialistische Ideologie und Psychologie. In M. G. Ash & U. Geuter (Hrsg.), Geschichte der deutschen Psychologie im 20. Jahrhundert. Ein Überblick (S. 172-200). Opladen: Westdeutscher Verlag.


 
     
 
 
     
 
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