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Leibniz

 
     
   
Gottfried Wilhelm, 1646-1716, Universalgelehrter, entwickelte eine analytische Theorie des erkennenden Bewußtseins (Neue Versuche über den menschlichen Verstand, 1704) sowie dynamisch-energetische Ansichten über physikalische Vorgänge. Am bekanntesten ist seine Monadenlehre (1714). Die Monadenlehre, in der bereits viele Grundgedanken der späteren Ganzheits- und Gestaltpsychologie anklingen, wird ergänzt durch die Vorstellung einer vorherbestimmten, "prästabilierten" Harmonie (Parallelismus von körperlichen und seelischen Funktionen). Schließlich hat Leibniz durch seine Lehre vom un- bzw. unterbewußten Seelenleben (den petites perceptions im Sinne differentieller Erlebniseinheiten) einen der fruchtbarsten Begriffe der modernen Psychologie geschaffen und insbesondere zur Entwicklung des Schwellenbegriffs in der Psychophysik bei Fechner beigetragen. Wir hören z.B. die Bewegung eines einzigen Blattes nicht, wohl aber das Rauschen des Waldes; die Summe kann aber nicht aus lauter Nullwerten bestehen. Leibniz folgert daraus, daß die den Gesamteindruck, die bewußte Wahrnehmung (apperception) bildenden Einzelreize unbewußt (unterschwellig) wirksam sind.

Literatur

Ehrenstein, W. (1983). Über die Beziehung von Leibniz’ Philosophie zur Gestalt- und Ganzheitspsychologie. Gestalt Theory, 5, 77-82.

Wade, N. (1995). Psychologists in word and image. MIT Press, Cambridge, MA.


 
     
 
 
 
     
 
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