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Re-Imprinting

 
     
   
eine im Neurolinguistischen Programmieren (NLP) von R. Dilts entwickelte Technik, die die Time-Line-Therapie mit systemischen Elementen verbindet. Sie geht vom traumatisierenden und prägenden Effekt früher Kindheitserfahrungen aus. In der NLP-Arbeit geht es weniger um den Inhalt dieser frühen Erfahrungen – und noch weniger um die Frage der Wahrheit (false memory effect) –, sondern primär um die Überzeugungen (”beliefs”), die aufgrund dieser frühen Erfahrung gebildet und generalisiert wurden. Durch den Mangel an eigenen Ressourcen zu dieser Zeit, um adäquat mit der prägenden Erfahrung umzugehen, bleibt die Verarbeitung der Erfahrung problematisch und kann traumatisierend wirken. Gleichzeitig wird aufgrund der prägenden Erfahrung ("Imprint") der Glaube gefestigt, alle Menschen verhielten sich so wie die damals beteiligten Bezugspersonen. Die einschränkende Grundüberzeugung wird also generalisiert und damit selektiv verstärkt.

Die Re-Imprinting-Therapie geht zur Lösung der Prägung folgendermaßen vor: Durch ein komplexes Verfahren versetzt sich der Patient zwar wieder in die traumatisierende Situation, kann aber die Bezugspersonen diesmal als hilfreich erleben, indem er die eigenen Ressourcen aus persönlichen positiven Erfahrungen in die ursprüngliche Situation hineinprojiziert. Verändert wird also nicht die ursprünglich traumatisierende Situation, sondern die dadurch gebildete Überzeugung. Wird diese neue Überzeugung generalisiert, so kann der Klient stabil neues Verhalten entwickeln. Dilts’ Therapieformat geht zurück auf die Arbeiten von Konrad Lorenz zur Prägung von Gänseküken in bestimmten sensiblen Phasen. Er bezieht zusätzlich das Konzept Timothy Learys mit ein: Durch die größere Komplexität ist das menschliche Nervensystem flexibler als z.B. das der kleinen Gänse und ist deshalb in der Lage, Prägungen später zu ändern bzw. Neu-Prägungen (”Re-Imprints") zu fördern.


 
     
 
 
 
     
 
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