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Scheler

 
     
   
Max, 1874–1928, Philosoph und Soziologe, neben Helmuth Plessner ein Mitbegründer der modernen philosophischen Anthropologie. Mit seiner zunächst phänomenologisch, später religiös geprägten Lehre nahm er maßgeblichen Einfluß auf die Anthropologie, Ethik und Religionsphilosophie. In München geboren, wurde er während seines Studiums der Medizin und Philosophie stark von der Phänomenologie Edmund Husserls beeinflußt. Er promovierte 1899 bei dem Jenaer Philosophen Rudolf Eucken, dem Hauptvertreter des deutschen Neuidealismus, und habilitierte sich im Jahr darauf. 1907 folgte er einem Ruf an die Universität München, ab 1911 war er als Privatgelehrter in Göttingen tätig, 1919 wurde er Professor in Köln, und 1928, kurz vor seinem Tod, erhielt er einen Ruf nach Frankfurt am Main.

Scheler griff Husserls Prinzip einer rein phänomenologischen Beschreibung des sinnlich Gegebenen auf, um menschliche Emotionen zu definieren. Er verstand dabei nicht die Ratio, sondern die Triebe als Grundlage des menschlichen Lebens. Die religiösen und metaphysischen Fähigkeiten des Menschen bewertete er höher als die des Verstandes und der Naturbeherrschung. In seinem Werk “Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik” (1913) setzte er sich mit der formalen Ethik Immanuel Kants auseinander und entwickelte eine Hierarchie sittlicher Werte. Nachdem er 1920 vom jüdischen zum katholischen Glauben übergetreten war, setzte er sich in der zweiten Phase seines Denkens, insbesondere in seinem Buch “Vom Ewigen im Menschen” (1921), mit dem Katholizismus auseinander. In seinem bekanntesten Werk, “Die Stellung des Menschen im Kosmos” (1928), beschrieb er eine “Stufenfolge des Seins”: Gefühlsdrang, Instinkt, Intelligenz. Das “Drang-“ und das “Geistprinzip” stehen dabei einander gegenüber.


 
     
 
 
 
     
 
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