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Stolz

 
     
   
eine positive Emotion als Reaktion auf individuellen Erfolg (z.B. bei Erreichen eines Ziels), impliziert Verantwortlichkeitszuschreibung. Wer Stolz verspürt, wird darauf bedacht sein, seine Leistungen im Vergleich mit anderen Personen beizubehalten oder zu steigern (Motivation, Leistungsmotivation, Emotionen-Klassifikation). Eine Sonderform des Stolzes ist Nationalstolz. Die Forderung von Politikern nach “gesundem” Nationalstolz (“Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein”) und nationaler Identität ist aufgrund von empirischen Ergebnissen dazu geeignet, Vorurteilen und Diskriminierung von Ausländern sowie Rassismus den Weg zu bahnen, und sollte im Repertoire von Meinungsbildnern nicht vorkommen. Der Terminus “Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein” geht in Meinungsumfragen einher mit stärkerer Fremdenfeindlichkeit. Eine besondere Identifikation mit der Gruppe der Deutschen ist mit einer verstärkten Abwertung der Fremden verbunden (Soziale Identität). Sinnvoll hingegen erscheint die Unterscheidung von Dingen, über die man froh sein kann (z.B. daß man in Deutschland lebt), von Dingen, auf die man stolz sein kann, weil man sie selbst vollbracht hat. Ein Deutscher zu sein, ist keine Leistung, die mit eigener Anstrengung erbracht wurde. Stolz z.B. auf demokratische oder kulturelle Leistungen hingegen führt nicht zur Abwertung von Nicht-Deutschen: Befragte, die sich hoch mit demokratischen und sozialstaatlichen Leistungen Deutschlands identifizieren, äußern weniger Ausländerfeindlichkeit.


 
     
 
 
 
     
 
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