A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

 

 

Emotionen-Klassifikation

 
     
   
hängt entscheidend von der jeweiligen theoretischen Fundierung ab:

a) Evolutionsbiologen (Plutschik) führen zur Klassifikation adaptive biologische Prozesse der Lebensbewältigung an, die sich in der Evolution entwickelt haben und beim heutigen Menschen genetisch determiniert sind: Furcht, Ärger, Ekel, Kummer, Freude, Überraschung, Erwartung, Vertrauen. Alle weiteren Emotionen beruhen auf Komplexen oder Mischungen von solchen Primäremotionen.

b) Grundlage der Klassifikation ist die Identifizierbarkeit eindeutiger Handlungsbezüge von Emotionen (Frijda): Begierde, Glück, Interesse, Überraschung, Verwunderung, Leid.

c) Untersuchungen zum interkulturell übereinstimmenden Emotionserkennen über den Gesichtsausdruck (Ekman) haben sechs Basisemotionen herausgestellt: Furcht, Ärger, Ekel, Trauer, Freude, Überraschung.

d) Sprachanalytische Studien (Mees) gelangen zu 13 Emotionsklassen:

- Positive Beziehungsemotionen (z.B. Liebe), negative Beziehungsemotionen (z.B. Haß),

- positive Empathie-Emotionen (z.B. Mit-Freude), negative Empathie-Emotionen (z.B. Neid),

- positive Bewertungsemotionen (z.B. Zufriedenheit), negative Bewertungsemotionen (z.B. Kummer),

- positive Erwartungsemotionen (z.B. Hoffnung), negative Erwartungsemotionen (z.B. Angst),

- positive Attributionsemotionen (z.B. Dankbarkeit), negative Attributionsemotionen (z.B. Ärger),

- positive moralische Emotionen (z.B. Stolz), negative internale moralische Emotionen (z.B. Schuld) und negative externale moralische Emotionen (z.B. Zorn).

Wir sehen hier einige Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede, die viele Emotionsforscher zur These geführt haben, daß kein einheitlicher Katalog von Grundemotionen aufstellbar ist. So werden zu Klassifikation von Emotionen oft nur globalere Dimensionen verwendet, von denen heute als relativ gesichert gelten: positive versus negative Emotionen (Lust - Unlust) und versus Beruhigung.

Literatur

Meyer, W.-U., Schützwohl, A. & Reisenzein, R. (1997). Einführung in die Emotions-psychologie. Band II: Evolutionspsychologische Emotionstheorien. Bern: Huber.

Ulich, D. & Mayring, Ph. (1992). Psychologie der Emotionen. Grundriß der Psychologie Band 5. Stuttgart, Kohlhammer.


 
     
 
 
 
     
 
<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Emotionen und Verantwortung
Emotionsausdruck
 
     
     
 

 

 
     

 

   
  Weitere Begriffe : naive Beobachter | Colliculi inferioris | Leistungsmotivationstest
PSYCHOLOGY48 | ÜBERBLICK | THEMEN | DAS PROJEKT | SUCHE | RECHTLICHE HINWEISE | IMPRESSUM
Copyright © 2017 All rights reserved. Psychologielexikon