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Emotionen und Verantwortung

 
     
   
in der Alltagssprache: sich verantwortlich fühlen. Verantwortung ist ein soziales Phänomen - für etwas, gegenüber jemandem, im Hinblick auf eine Instanz verantwortlich sein. Verantwortung schließt Aspekte der Moral, der Handlung und der Handlungsfolgen ein: Ein Mensch handelt verantwortlich, wenn er unter der Berücksichtigung ethisch-moralischer Gesichtspunkte handelt und bereit ist, für die Folgen seines Handelns einzustehen. Diese Sichtweisen von einerseits Emotionen und andererseits Verantwortung legen eine Schnittstelle beider Begriffe beim moralischem Handeln nahe. Dabei lassen sich Emotionen zum einen als Indikatoren des Vorhandenseins moralischer Normen -- wie der Verantwortungsnorm - begreifen. Oftmals werden gerade beim Verletzen solcher Normen Emotionen aktiviert: Schuldgefühl, Scham oder Angst. Zum anderen können Emotionen bei verantwortlichem Handeln funktional wichtig sein - zum Beispiel im Sinne von Motiven für das Tragen von Verantwortung.

Untersuchungen haben gezeigt, daß Situationen, in denen sich Menschen im Alltag als verantwortlich erleben, überwiegend von recht intensiven Emotionen begleitet sind. Die Emotionen im Zusammenhang mit Verantwortung folgen häufig bestimmten Mustern. Zu Beginn von Situationen, in denen sich Menschen verantwortlich fühlen, treten oft Ärger und Angst auf. Angst hängt in solchen Situationen zusammen mit Konflikten, äußerem Zwang und dem Zweifel, allen Anforderungen der Verantwortung gerecht zu werden. Ärger ist im Unterschied zu Angst zusätzlich gepaart mit dem Erleben eigener Aktivität und Sicherheit. Hier wird die Verantwortung als Herausforderung wahrgenommen, und der Ärger scheint der Energetisierung und damit dem Erreichen von Zielen im Rahmen von Verantwortung zu dienen. Wenn das verantwortliche Handeln am Ende als Erfolg gewertet wird, ist dies oft ein Anlaß zur Freude und Befriedigung. Freude im Rahmen von Verantwortung wird von Menschen außerdem erlebt, wenn maximale Handlungsfreiheit, eigenständige Einflußmöglichkeiten und Entscheidungen gegeben sind. Insgesamt sind Emotionen im Rahmen von Verantwortung dann besonders bedeutsam, wenn es sich um Nicht-Routine-Situationen (Hilfeverhalten) handelt.

Literatur

Auhagen, A. E. (1999). Die Realität der Verantwortung. Göttingen: Hogrefe.


 
     
 
 
 
     
 
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