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Watson

 
     
 
John Broadus, 1878–1958, amerikanischer Psychologe. Er gilt als der eigentliche Begründer und führende Vertreter einer der wichtigsten psychologischen Schulen des 20. Jahrhunderts, des Behaviorismus.

John B. Watson mußte sich als viertes Kind eines Farmers aus South Carolina sein Collegestudium selbst durch Gelegenheitsarbeiten finanzieren und wurde zuerst Lehrer an einer kleinen Volksschule. In seiner Freizeit experimentierte er mit Ratten. Später studierte er an der Universität Chicago, wo er 1903 mit einer experimentellen Arbeit über das Verhalten von Ratten in einem Labyrinth promovierte. Nach seiner Promotion leitete er das Tier-Laboratorium der Universität. 1908 ging er als einer der jüngsten Professoren seiner Zeit an die John Hopkins University in Baltimore, wo er Professor für experimentelle und vergleichende Psychologie sowie Leiter des psychologischen Laboratoriums war. Im Dezember 1920 ließ er sich scheiden und heiratete im Januar 1921 erneut. Dies beendete seine akademische Karriere, da man in den akademischen Kreisen daran Anstoß nahm und ihm nahelegte, seine Professur niederzulegen. Er begann eine zweite berufliche Laufbahn in der Werbung, setzte seine Forschungsarbeiten aber fort und publizierte eher populäre Arbeiten in bezug auf den Behaviorismus, mit denen er die öffentliche Meinung stark beeinflußte. Nach dem Tod seiner zweiten Frau 1936 zog er sich aus dem öffentlichen Leben auf seine Farm in Westpoint zurück und publizierte fast gar nichts mehr. Die Scientific Community schloß erst 1957, im Jahr vor seinem Tod, ihren Frieden mit ihm, als ihm die American Psychological Association einen Preis verlieh. Watson freute sich zwar über die Ehrung, wollte nach 37 Jahren aber seinen ehemaligen Kollegen nicht mehr gegenübertreten und schickte seinen Sohn zur Preisverleihung. In der Verleihungsurkunde hieß es: “Er hat eine Revolution im psychologischen Denken ausgelöst ...”

John B. Watson begründete 1913 mit seinem Aufsatz ”Psychology as the behaviorist views it” den Behaviorismus. Es handelt sich dabei um eine exakte, naturwissenschaftliche Forschungsrichtung, die das Verhalten von Tier und Mensch ausschließlich aufgrund von objektiven und wiederholbaren Beobachtungs- und Meßergebnissen unter wechselnden Umweltbedingungen beschreibt. Subjektive Eindrücke werden dabei außer acht gelassen. Nach Watson ist es Aufgabe der Psychologie, die Gesetze des tierischen und menschlichen Verhaltens zu formulieren und Verhalten zu kontrollieren, zu formen und vorherzusagen. Unter Verhalten versteht er ausschließlich objektiv beobachtbares Verhalten; psychologische Bewußtseinsinhalte (Wollen, Fühlen) sind für ihn kein Gegenstand der Psychologie. Verhalten besteht nach ihm aus Reiz-Reaktions-Verbindungen, die entweder angeboren oder durch Konditionierung erworben sind. Watson führte den Begriff des “bedingten Reflexes”, der “Konditionierung” von Iwan Pawlow, in die amerikanische Fachterminologie ein und machte ihn zu einem Grundbegriff des Behaviorismus.

Auf der Grundlage des Behaviorismus untersuchte Watson entwicklungspsychologische, persönlichkeitspsychologische, pädagogische und psychopathologische Fragestellungen. Berühmt wurden seine Ausführungen aus “Behavior” (1914): “Gebt mir ein Dutzend gesunde, gut gebaute Kinder und meine eigene, spezifizierte Welt, um sie darin großzuziehen, und ich garantiere, daß ich irgendeines aufs Geratewohl herausnehme und es so erziehe, daß es irgendein beliebiger Spezialist wird, zu dem ich es erwählen könnte – Arzt, Jurist, Künstler, Kaufmann, ja sogar Bettler und Dieb, ungeachtet seiner Talente, Neigungen, Absichten, Fähigkeiten und Herkunft seiner Vorfahren.”


 
     
 
 
     
 
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