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Arbeitsgruppen-Sozialisation

 
     
   
Arbeitsgruppen-Sozialisation, läßt sich durch ein Modell umschreiben, das von drei psychologischen Prozessen ausgeht, nämlich der Evaluation des wechselseitigen Nutzens von Individuum und Gruppe füreinander, dem Commitment (Handlungsverpflichtung) als Ergebnis dieses Evaluationsprozesses, sowie Rollenübergängen, die dann eintreten, wenn das Commitment einen kritischen Punkt überschritten hat und die Beziehung zwischen Individuum und Gruppe neu definiert wird. Die Sozialisation in einer Gruppe läuft in fünf Phasen ab (Abb.): Erkundung (investigation), Sozialisation (socialization), Aufrechterhaltung (maintenance), Resozialisation (resocialization), Erinnerung (rememberance), die durch vier Rollenübergänge übergeleitet werden: Eintritt (entry), Akzeptanz (acceptance), Divergenz (divergence), Ausscheiden (exit).

Zunächst wird in der Erkundungsphase sowohl seitens der Gruppe nach neuen, der Gruppe zuträglichen Mitgliedern gesucht als auch seitens des Individuums nach einer Gruppe gesucht, die den individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Bei wechselseitigem Interesse steigt das Commitment zu Ende dieser Phase und leitet mit dem Eintritt des Individuums in die Gruppe den Rollenübergang zur nächsten Phase, der Sozialisation ein. Hier wird das Individuum an die Gruppennormen und Ziele assimiliert, während die Gruppe sich an die Bedürfnisse des neuen Mitglieds akkommodiert. Gelingen diese Prozesse, wird das Individuum in der Rolle als vollwertiges Gruppenmitglied akzeptiert. Während der folgenden Phase der Aufrechterhaltung werden bei konstant hohem Commitment beiderseitig Rollen ausgehandelt. Sinkt das Commitment, leitet die Divergenz den Rollenübergang in die Phase der Resozialisation über, in der beiderseitig versucht wird, das wechselseitige Commitment wieder zu erhöhen. Mißlingt dies, endet die Mitgliedschaft in der Gruppe mit dem Ausscheiden des Individuums. Den Schluß bildet die Phase der Erinnerung, die mit zur Tradition der Gruppe beiträgt. Konflikte können insbesondere dann entstehen, wenn Individuum und Gruppe ein unterschiedliches Niveau bezüglich des Commitment haben oder die Phasen und Rollenübergänge zu verschiedenen Zeitpunkten durchleben.

Literatur

Levine, J. M. & Moreland, R. L. (1994). Group socialization. Theory and research. In W. Stroebe & M. Hewstone (Eds), European Review of Social Psychology (Vol. 5, pp. 305 - 336). Chichester: John Wiley.
 
     
 
 
 
     
 
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