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Ehrenfels

 
     
   
Christian Maria Freiherr von, 1859-1932, in Rondau bei Wien geborener Philosoph und Psychologe, der einen ganzheitlichen Ansatz der Wahrnehmung vertrat. Nach dem Studium der Philosophie, Germanistik und Geschichte in Wien und Graz promovierte er 1885 bei Meinong. Seit 1891 arbeitete Ehrenfels als Dozent in Wien und hatte von 1896 bis 1929 eine Professur für Philosophie in Prag inne, wo er Max Wertheimer beeinflußte. Er gilt als einer der Begründer der Gestaltpsychologie und wird der Grazer Schule zugerechnet. Der Begriff Gestalt bzw. Gestaltqualität wurde 1890 von Ehrenfels geprägt und am Beispiel der Melodie als einer Verlaufsgestalt erläutert. Er behauptete, eine Gestalt sei mehr als die Summe der sie konstituierenden Teile (Übersummativität; vgl. die sog. Ehrenfelskriterien). Zudem trat Ehrenfels als Dramatiker in Erscheinung ("Melusine", "Die Stürmer", "Der Kampf des Prometheus"). Schließlich führte er theoretische Untersuchungen zur Sexualmoral bzw. -reform durch und unterbreitete praktische Vorschläge ("Grundbegriffe der Ethik", "Sexualethik", "Die Religion der Zukunft"). Das Ziel menschlichen Handelns sei durch seinen Bezug zum Wohl der Gesamtheit bestimmt. Er litt an schweren Depressionen, die ihn zwischenzeitlich zwangen, seine Tätigkeit einzustellen. Ehrenfels ist der Vater der Schriftstellerin Imma von Bodmershof; er starb 1932 im niederösterreichischen Lichtenau.


 
     
 
 
 
     
 
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