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Elektrodermale Aktivität

 
     
   
Abk. EDA, der Oberbegriff für verschiedene Aspekte und Meßgrößen von Leitfähigkeits- und Potentialänderungen der Haut. Solche Reaktionen sind bei verschiedenen Reizen und Aufgaben zu beobachten; die EDA ist ein sensibler vegetativer Indikator psychophysischer Aktivierung. Nach einer Latenz von ca. 2 Sekunden nach dem Reiz steigt die elektrische Leitfähigkeit der Haut zwischen zwei Elektroden, an denen eine Meßspannung von 0,5 Volt anliegt (sog. Féré-Effekt), außerdem verändert sich das - ohne Fremdspannung meßbare - Hautpotential (sog. Tarchanoff-Effekt). In der Regel werden der Basiswert (Skin Conductance Level SCL) und der Reaktionswert (Skin Conductance Reaction SCR) (in Mikrosiemens) gemessen, außerdem die unspezifische Variabilität. Die beiden Elektroden werden entweder an der Handfläche oder an den mittleren Fingergliedern befestigt. Die Elektrodentechnik und die Auswertung sind für die Messung der Leitfähigkeitsreaktion weitgehend standardisiert. Die EDA steht physiologisch im Zusammenhang mit der Funktion der Schweißdrüsen und korreliert mit der Hautfeuchte und der Hauttemperatur. Im Unterschied zu anderen Effektororganen des vegetativen Systems stehen die Schweißdrüsen nur unter sympathisch-cholinerger Kontrolle ohne markanten Antagonismus.

Die elektrodermale Reaktion ist eine wichtige Komponente der Orientierungsreaktion, welche bei häufiger Wiederholung einer Abschwächung, der Habituation unterliegt. Die EDA dient als sensibles physiologisches Maß für die Neuheit bzw. Bedeutung eines Reizes, u.a. in der Aktivierungs-, Emotions- und Streßforschung, in der Forensischen Psychologie (Lügendetektor) und in der Medienforschung (Werbepsychologie). Es gibt zahlreiche Untersuchungen über Unterschiede der EDA bei verschiedenen psychiatrischen Patientengruppen.

Literatur

Boucsein, W. (1988). Elektrodermale Aktivität. Berlin: Springer.

Schandry, R. (1988). Lehrbuch der Psychophysiologie (2. Aufl.). Weinheim: Psychologie Verlags Union.


 
     
 
 
 
     
 
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