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Forel

 
     
   
Auguste, 1848-1931, Schweizer Professor für Psychiatrie, der bei Bernhard von Gudden Medizin studierte und von 1873 bis 1879 dessen Forschungsassistent und Mitarbeiter an der Kreis-Irrenanstalt in München war. Er habilitierte sich 1877 mit einer hirnanatomischen Arbeit über die Haubenregion. Im Oktober 1879 wurde er zum Direktor der Zürcher "Irren-Heilanstalt Burghölzli" ernannt. Galt sein ursprüngliches Hauptinteresse der Ameisenforschung, so begeisterte er sich zunehmend für die Hirnforschung, richtete im Burghölzli ein hirnanatomisches Laboratorium ein und machte wichtige hirnanatomische Entdeckungen. Er setzte sich stark für die sozialen Belange der Patienten, die Gleichberechtigung der Frauen und die Bekämpfung des Alkoholismus (Alkoholismustherapie) ein. Nachdem er sich von Hippolyte Bernheim eine Woche lang in den Hypnotismus einführen ließ und die Hypnose-Technik erlernte, führte er diese als therapeutisches Mittel im psychiatrischen Alltag ein (Hypnose). Forel beschäftigte sich außerdem mit forensischer Psychiatrie und Psychologie (forensische Psychologie) und trat als Gutachter vor Gericht auf. 1892 gründete er die Zeitschrift für Hypnotismus und Suggestionstherapie, bei der auch Sigmund Freud Mitherausgeber war. 1898 gab er die Anstaltsdirektion und die Professur in Zürich auf, kehrte in seine waadtländische Heimat zurück und widmete sich einer Privatpraxis und - wiederum - der Ameisenforschung. Er trat für verschiedene sozialpolitische Anliegen wie die Abstinenzbewegung, die Frauenrechte und Sozialethik ein, propagierte während des ersten Weltkriegs "Die vereinigten Staaten der Erde" und unterstütze die Bemühungen für die Weltsprache Esperanto. 1905 erschien sein erfolgreiches Buch Die sexuelle Frage, in dem er die sexuellen Tabus der viktorianischen Zeit bekämpfte, die Sexualität vom biologischen, psychologischen und sozialen Standpunkt aus erörterte und Methoden der Schwangerschaftsverhütung propagierte. Durch sein öffentliches und leidenschaftliches Auftreten für eine gerechte und aufgeklärte Gesellschaft trug Forel wesentlich zum allgemeinen Verständnis der Geisteskrankheiten und der Psychiatrie bei.


 
     
 
 
 
     
 
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