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Kriminologie

 
     
   
Die Wissenschaft vom Verbrechen. Während die Kriminalistik Methoden entwickelt, die Spuren eines Verbrechens zu deuten, den Täter zu ermitteln und ihn zu überführen, untersucht die Kriminologie die Ursachen der Verbrechen. Zum Teil ist sie Soziologie, weil sie sich den gesellschaftlichen Verhältnissen zuwendet, aus denen die Gesetzesbrecher stammen. Hier erweist sich, daß die Benachteiligung bestimmter Schichten, ihre Armut, ihre Mißachtung, ihr Mangel an Glück und Zuwendung geradezu Verbrechen erzeugen. Die Kriminologie stößt auf eine Art Subkultur der Berufskriminellen, die an die der Asozialen grenzt. Hier ergibt sich die Möglichkeit zu vorbeugenden Maßnahmen, zu einer Verhinderung der Kriminalität durch Sozialfürsorge. Zum anderen Teil reicht die Kriminologie in die Psychologie, indem sie den oft typischen Lebensgeschichten der Straffälligen nachgeht. Das Verbrechen erscheint dann geradeso als Ausdruck einer bestimmten Charakterentwicklung wie irgendeine andere auffallende Handlung. Am deutlichsten wird das bei den sogenannten Triebverbrechen, sexuell bedingten Gewalthandlungen, bei denen man von vornherein absolut sicher sein kann, daß sie die grausige Konsequenz einer liebeleeren Kindheit in schwer gestörten Familienverhältnissen sind. Aus den Erfahrungen der Kriminologie hat sich noch eine besondere Arbeitsrichtung ergeben, die sogenannte »Victimologie«, die »Lehre vom Opfer«. Es hat sich erwiesen, daß viele Menschen das Verbrechen gera dezu auf sich ziehen, etwa indem sie leichtfertig mit ihren Besitztümern umgehen und so Diebe anlocken. Andere drücken ein starkes Bedürfnis aus, das sich real nicht mehr befriedigen läßt, sodaß Gauner versucht werden, eine Befriedigung vorzutäuschen und damit ein unredliches Geschäft zu machen. Typisch ist dieser Zusammenhang für das »Gewerbe« der Heiratsschwindler. Oft hat man den Eindruck, daß jemand unbewußt zum Opfer eines Verbrechens werden möchte, weil er so sein Strafbedürfnis befriedigen könnte.
 
     
 
 
 
     
 
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