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Lurija

 
     
   
Alexander Romanowitsch, 1902-1977, russischer Psychologe und Mediziner. Promotion in Psychologie 1936, in Medizin 1943. 1923-1934 Institut für Psychologie, Universität Moskau, 1934-1936 Medizinisches Institut für Genetik, Moskau, 1936-1953 Labor für Neuropsychologie, Institut für Neurochirurgie, Akademie der medizinischen Wissenschaften, Moskau, 1945-1977 Leiter der Abteilung für Neuropsychologie, Moskauer Staatsuniversität. Lurija begründete mit L. S. Wygotski und A. N. Leontjew die Kulturhistorische Schule der sowjetischen Psychologie, in deren Zentrum die Neubestimmung des historisch bedingten und historisch handelnden Subjekts steht. Insbesondere die Arbeiten Wygotskis, mit dem Lurija seit 1924 zusammenarbeitete, übten einen nachhaltigen Einfluß auf ihn aus. 1931 und 1932 führte er kulturpsychologische Studien in Usbekistan und Kirgisien durch (Die historische Bedingtheit individueller Erkenntnisprozesse, dt. 1986). Später widmete er sich neuropsychologischen Problemen. Er untersuchte psychische Funktionsausfälle infolge hirnorganischer Traumen, so im 2. Weltkrieg bei hirnverletzten Soldaten. In seinen umfangreichen neuropsychologischen Schriften über höhere kortikale Funktionen wie Sprechen (Sprache und Bewußtsein, dt. 1982), Schreiben und Gedächtnis vertritt er die Überzeugung, daß sowohl die Ontogenese des Menschen als auch die kulturhistorischen, gesellschaftlichen Bedingungen sich in der zerebralen Struktur der psychischen Funktionen niederschlagen (Das Gehirn in Aktion, dt. 1992).


 
     
 
 
 
     
 
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