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Nichtdirektive Psychoanalyse

 
     
   
auch: Nichtdirektive Psychotherapie, ein von I. H. Pauls entwickelte Mischung aus traditioneller Psychoanalyse und Klientenzentrierter Therapie (Gesprächspsychotherapie) – ein interpretatives und nichtdirektives Verfahren zugleich. Der Therapeut bewahrt eine streng neutrale Haltung und verläßt sich hauptsächliche auf Interpretation (Deutung), um den therapeutischen Prozeß unter Kontrolle zu halten. Der Klient bestimmt so weit wie möglich Form und Inhalt der Sitzungen. Voraussetzung für diese Therapieform ist, ob der Klient fähig ist, das Prinzip des Verfahrens zu verstehen und sich selbst zum Gegenstand seines Fragens zu machen – also Reflexion, Realitätsprüfung und Introspektion betreiben zu können. Auch eine gewisse Frustrationstoleranz ist nötig: Der Klient muß die neutrale und unpersönliche Haltung des Therapeuten ertragen können, eine Haltung, bei der elementare menschliche Bedürfnisse nach Unterstützung und Liebe ignoriert werden. Auch die Zeit ist ausschlaggebend: Eine nichtdirektives Psychoanalyse zieht sich über zwei, drei oder mehr Jahre und zeitigt möglicherweise erst später positive Effekte. Insofern sind Überlegungen wichtig, wie ernsthaft die Problem der Klienten und wie änderungswillig die Klienten sind. Somit können zum Klientenkreis keine Klienten gehören, die von einer akuten, bedrohlich empfundenen Krise betroffen sind, an einer akuten Depression leiden oder die konkrete Symptombeseitigung wünschen. Wie die Erfahrungen zeigen, profitieren vor allem Personen von diesem Ansatz, die ziemlich "normal" sind und keine schweren Störungen aufweisen.

Literatur

Paul, I. H. . (1983). Nichtdirektive Psychoanalyse. In R. J. Corsini (Hrsg.), Handbuch der Psychotherapie. Weinheim: Beltz.


 
     
 
 
 
     
 
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