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Selbstkonfrontationsmethode

 
     
   
verfolgt das Ziel, die persönlichen, das Selbst definierenden Werte zu ermitteln und zu befähigen, das bisherige, gegenwärtige und zukünftige Leben zu reflektieren. Hierzu werden Probanden z.B. an den eigenen Tod erinnert, aufgefordert, eine Inschrift für den eigenen Grabstein zu entwerfen oder das eigene Leben als eine Flußlandschaft darzustellen. Die Selbsterforschung beginnt mit offenen Fragen nach etwas, das von größerer Bedeutung für das Leben war, noch ist oder vielleicht sein wird, und der Proband wird angehalten, die Assoziationen (Erinnerungen, Gedanken, Sorgen) mitzuteilen. Nach Zwischenfragen werden diese Gedanken vom Interviewer erneut dargeboten, so daß eine neue Runde der Selbstreflexion beginnen kann. Wenn schließlich der Proband das Gefühl hat, “auf den Punkt” gekommen zu sein, gibt er eine möglichst klare, zusammenfassende Darstellung. Nach klinischer Erfahrung haben viele Probanden bei Konzentration auf diese Fragen bald das Gefühl, etwas Wichtiges im Leben zu reflektieren, ohne dies zunächst explizit auf den Punkt bringen zu können. Dies gelingt jedoch nach einigen Runden intensiver Selbstreflexion. Schließlich wird jede Selbstreflexion mittels einer standardisierten Liste auf ihre affektiven Merkmale hin untersucht. Dazu wird die Ausprägung jedes Affektes auf einer Rating-Skala (0 – 5) eingestuft, so daß am Ende jede Wertung anhand von Indizes durch ein affektives Profil beschrieben ist. Der Proband erzielt eine Art “Helikopter-Perspektive” und sieht die sich verändernden Bedeutungseinheiten in ihrer Beziehung untereinander und in ihrer Organisation. Ähnlichkeiten, Kontraste und Konflikte in der eigenen Selbstgeschichte (self story) werden deutlich und regen zur persönlichen Weiterentwicklung an.

Mit der Methode ließ sich zeigen, daß die Wertungen, die die Selbst-Geschichte einer Person ausmachen, Ausdruck zugrundeliegender Motive, etwa nach Selbstachtung, nach Kontakt oder Wohlbefinden, sind. Die Wertungs-Systeme verschiedener Menschen lassen sich auf eine begrenzte Anzahl von Wertungs-Strukturen (Typen) reduzieren.

Literatur

Hermans, H.J.M. (1998). Meaning as an organized process of valuation: A self-confrontational approach. In P.T.P. Wong & P. S. Fry (Hrsg.), The human quest for meaning. A Handbook of psychological research and clinical applications. Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.


 
     
 
 
 
     
 
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