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sexuelle Störungen

 
     
   
allgemein: die unterschiedlichen Störungen im sexuellen Verhalten, Erleben und Reagieren bei Männern und Frauen. Bei der Definition von Störungen der Sexualität ist der Bezug zu einem Standard von Normalität, Gesundheit oder Ungestörtheit notwendig. Gerade im Zusammenhang mit dem Sexuellen, das einem stetigen sozialen und kulturellen Wandel obliegt, ist diese Definition aber besonders schwierig. Dies zeigt sich u. a. auch an Veränderungen diagnostischer Kategorien für sexuelle Störungen. Die Homosexualität beispielsweise galt vor nicht allzu langer Zeit noch als klinische Diagnose; inzwischen ist sie – trotz nach wie vor bestehender Vorurteile – als eine sexuelle Variante anerkannt.

In der Klinik werden sexuelle Störungen heute in bezug zu den gängigen Diagnosesystemen (International Statistical Classification of Diseases, Injuries and Causes of Death, ICD, derzeit in der Version 10; Diagnostic and Statistical Manual, DSM, derzeit in der Version IV) differenziert. Die beiden Systeme sind dabei relativ ähnlich und unterscheiden im wesentlichen zwischen sexuellen Dysfunktionen bzw. Funktionsstörungen, Sexualpräferenz-Störungen bzw. Paraphilien, Störungen der Geschlechtsidentität sowie Störungen in Verbindung mit sexueller Entwicklung und sexueller Orientierung. Obwohl unstrittig ist, daß die genannten sexuellen Störungen in der psychotherapeutischen, beraterischen und ärztlichen Praxis häufig sind, ist eine genaue Schätzung ihrer Inzidenz und Prävalenz bis heute kaum möglich. Für alle Störungen, die in den Diagnosekatalogen genannt sind, liegen viele ätiologische Theorien vor, in denen sowohl körperliche wie auch psychologische Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Je nach Grundverständnis der Ätiologie werden unterschiedliche Behandlungsmethoden bei sexuellen Störungen präferiert. Psychologische Behandlungen (Sexualtherapie) sind insbesondere im Zusammenhang mit sexuellen Funktionsstörungen weit entwickelt und in ihrer Wirksamkeit gut abgesichert. Auch zur psychotherapeutischen Behandlung bzw. Begleitung von Paraphilien und Störungen der Geschlechtsidentität liegen brauchbare und bewährte Konzepte vor.


 
     
 
 
 
     
 
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