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Terror-Management-Theorie

 
     
   
postuliert, daß das Bewußtsein, die einzige Sicherheit im Leben sei der Tod, ein Potential für paralysierenden "Terror" hervorrufen müsse. Ohne Mittel zur Kontrolle dieses durch Selbstaufmerksamkeit geschaffenen "Terrors" wäre das menschliche Leben nicht auszuhalten. Jeder Mensch entwickle deshalb Mittel, um seine Verletzlichkeit und Sterblichkeit symbolisch abzuwehren (Terror-Management). Die Theorie bietet zwei symbolische Mittel der Selbsterhaltung:

1) die kulturelle Weltsicht als “Angstpuffer”: Die Funktion der Kultur besteht darin, die Angst, die aus dem Bewußtsein von Verletzlichkeit und Endlichkeit herrührt, zu minimieren, indem die Welt mit Ordnung, Beständigkeit und Sinn gefüllt wird und letztlich durch die Hoffnung auf Transzendenz der eigenen geistigen Existenz. Alle Kulturen enthalten u. a. Verhaltensvorschriften, um ein wertvolles Leben zu führen, und den Verweis auf Unsterblichkeit. Wenn man die Standards achtet, erhält man die Selbstachtung und den Schutz, die von der Kultur versprochen werden.

2) die Selbstachtung als symbolisches Mittel des Selbsterhalts: Demnach ist die Angst vor dem Tod die grundlegende, treibende Kraft hinter dem Bedürfnis nach Selbstachtung – die Selbstachtung also die emotionale Manifestation des Selbsterhaltungstriebes. Somit dienen alle Ziele auf die eine oder andere Art dem Selbsterhalt. Zwar dient nicht alles, was Menschen tun, unmittelbar dem Selbsterhalt, wohl aber der Selbstachtung, wenn etwa jemand, um Anerkennung zu erlangen, sich in Gefahr begibt. Um die Selbstachtung zu erhalten, werden Werte angestrebt, die – zumeist – dem kulturellen Kontext entsprechen. Falls man diesen Standards entspricht, werden die Selbstachtung und somit der zweite Angstpuffer gestärkt. Das ist der Grund, weshalb das existentielle Dilemma meist gar nicht wahrgenommen wird. Im anderen Fall wird Angst freigesetzt (Sinn, Religionspsychologie).

Literatur

Greenberg, J., Solomon, S., Pyszczynski, T. (1992). Why do people need self-esteem? Converging evidence that self-esteem serves an anxiety-buffering function. Journal of Personality and Social Psychology, 63, 6, 9, 913-922.


 
     
 
 
 
     
 
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