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Thomas von Aquin

 
     
   
1225 od. 1226–1274, italienischer Kirchenlehrer und Philosoph und wichtigster Vertreter der Scholastik. Noch vor Abschluß seiner Studien trat er dem Dominikanerorden bei. In Paris hörte er Vorlesungen des deutschen Scholastikers Albertus Magnus und folgte ihm 1248 nach Köln. Um 1250 wurde er zum Priester geweiht, ab 1252 lehrte er an der Pariser Sorbonne. Dort wurde er 1256 Doktor der Theologie und Professor für Philosophie.

Thomas von Aquin stellte das Wissen seiner Zeit ganz in den Dienst des Glaubens. In seinem Bemühen, Glauben und Intellekt miteinander zu vereinen, gelang es ihm, die Werke des Aristoteles und anderer antiker Denker mit jenen der Kirchenväter, insbesondere des Augustinus, zu verbinden. Er bezog aber auch die Ideen islamischer Gelehrter, Konzepte jüdischer Philosophen und die seiner scholastischen Vorgänger mit ein, ohne dabei der Bibel oder den kirchlichen Dogmen zu widersprechen. Sein umfangreiches Werk umfaßte rund 80 Bücher. An vielen Stellen erörterte er psychologische Themen. Er setzte sich mit dem Leib-Seele-Problem auseinander, unterschied verschiedene Stufen der Seele bei Pflanzen, Tier und Mensch und befaßte sich mit psychologischen Phänomenen wie Verstand, Gedächtnis, Gewissen, Antrieb, Wille, Affekt u.a. In der von Papst Leo XIII. 1879 erlassenen Enzyklika Aeterni Patris empfahl dieser, die Philosophie Thomas von Aquins zur Unterrichtsgrundlage sämtlicher katholischer Schulen zu machen, und erhob damit dessen psychologische Ausführungen gleichsam zur offiziellen Psychologie der katholischen Kirche.


 
     
 
 
 
     
 
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