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Külpe

 
     
   
Oswald, 1862-1915, Philosoph und Psychologe, Begründer der Würzburger Schule der Denkpsychologie. Studium der Geschichte, Philologie, Psychologie und Philosophie, u.a. in Leipzig bei W. Wundt und in Göttingen bei G. E. Müller. 1887 Promotion in Leipzig bei W. Wundt über die Theorie der sinnlichen Gefühle, 1888 dort Habilitation über Die Lehre vom Willen in der neueren Philosophie. 1887-1894 Assistent W. Wundts am Leipziger Institut für experimentelle Psychologie, 1894-1909 Professor für Philosophie und Ästhetik in Würzburg. 1896 gründete er dort nach Leipziger Vorbild ein Institut für experimentelle Psychologie, an dem unter seiner Leitung die Würzburger Schule durch experimentelle Untersuchungen zur Denkpsychologie internationale Anerkennung fand. 1909-1914 Professor in Bonn, 1914-1915 in München, an beiden Universitäten gründete er weitere Institute. Nachdem Külpe zunächst eine Auffassung der Psychologie vertrat, die der W. Wundts sehr nahe stand, entfernte er sich zunehmend von seinem Lehrer (Grundriß der Psychologie auf experimenteller Grundlage, 1893). Er folgte, im Gegensatz zu W. Wundt, der Überzeugung, daß die gesamte Psychologie einschließlich der höheren kognitiven Prozesse als experimentelle Wissenschaft zu betreiben sei. Er regte die Methode der systematischen experimentellen Selbstbeobachtung zur Untersuchung dieser Prozesse an, insbesondere des Denkens, die von seinen Mitarbeitern und Schülern (v. a. K. Marbe, N. Ach, A. Messer, H. J. Watt, K. Bühler, O. Selz) weiterentwickelt wurde. Die Besonderheit der Würzburger Schule der Denkpsychologie besteht in der Betonung der relativen Unabhängigkeit der Denkprozesse von Assoziationsvorgängen sowie in der Hervorhebung der unanschaulichen, bildlosen Eigenart der Denkvorgänge. Die Forschungen der Würzburger Schule finden in Külpes dreibändigem philosophischem Hauptwerk Die Realisierung (1912-1923), einem Beitrag zum kritischen Realismus, erkenntnistheoretische Berücksichtigung.

Literatur

Hammer, S. (1994). Denkpsychologie - kritischer Realismus. Eine wissenschaftshistorische Studie zum Werk Oswald Külpes. Frankfurt am Main: Lang.


 
     
 
 
 
     
 
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