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Selz

 
     
   
Otto, 1881–1943, deutscher Psychologe. 1899–1904 Studium der Rechtswissenschaften, Psychologie und Philosophie in Berlin und München. 1907 juristische Prüfung, 1908–1912 als Rechtsanwalt tätig. 1909 Promotion in Psychologie bei T. Lipps in München, 1912 Habilitation für Philosophie in Bonn bei O. Külpe. 1912–1921 Privatdozent für Philosophie und Psychologie in Bonn, 1915–1918 Kriegsdienst. 1921–1923 a.o. Professor für Rechtsphilosophie in Bonn, 1923–1933 Professor für Philosophie, Psychologie und Pädagogik an der Handelshochschule Mannheim. 1933/34 wegen seiner jüdischen Herkunft als Dozent entpflichtet und in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. 1938 5wöchige Inhaftierung im KZ Dachau, 1939 Emigration in die Niederlande. 1939–1943 Lehre und Forschungsarbeiten in Amsterdam, 1943 verhaftet und in Auschwitz ermordet. Selz wurde insbesondere durch Forschungen auf dem Gebiet der Denkpsychologie bekannt. Seine Arbeiten stehen in Beziehung zur Würzburger Schule. Er entwickelte Methoden zur Analyse der Denkvorgänge und versuchte, die unterschiedlichen kognitiven Leistungen - von reproduktiven zu produktiven Denkprozessen - in einer Theorie zu integrieren. Neben theoretischen Arbeiten galt sein Interesse auch Fragen der Angewandten Psychologie. Die wichtigsten Veröffentlichungen Selz’ sind Über die Gesetze des geordneten Denkverlaufs (1913), Zur Psychologie der produktiven Denkens und des Irrtums (1922) und Die Gesetze der produktiven und reproduktiven Geistestätigkeit (1924).

Literatur

N. H. Frijda & A. D. De Groot (Eds.) (1981). Otto Selz: His Contribution to Psychology. The Hague: Mouton Publishers.

Herrmann, T. (1999). Otto Selz und die Würzburger Schule. In W. Jahnke & W. Schneider (Hrsg.), Hundert Jahre Institut für Psychologie und Würzburger Schule der Denkpsychologie (S. 159-167). Göttingen: Hogrefe.


 
     
 
 
 
     
 
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