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psychobiologisches Modell chronischer Schmerzsyndrome der Skelettmuskulatur

 
     
   
von Flor (1991) entwickeltes Modell, dessen Kernstück neben prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Lern-und kognitiven Prozessen die psychophysiologische Reaktionsstereotypie ist. Unter einer psychobiologischen Perspektive des chronischen Schmerzes postulierten Flor, Birbaumer und Turk das Diathese-Streß Modell chronischer Rückenschmerzen. Es wurde von Flor (1991) weiter präzisiert und als Psychobiologisches Modell chronischer Schmerzsyndrome der Skelettmuskulatur in seinen wesentlichen Annahmen empirisch gestützt. Als transaktionales Schmerzkonzept berücksichtigt es die gegenseitigen Wechselbeziehungen physiologischer und psychologischer Faktoren am Schmerzgeschehen und deren Veränderungen über die Zeit im Sinne einer Chronifizierung. Die einzelnen Faktoren und Mechanismen sind aus gängigen psychologischen Theorien und den entsprechenden empirischen Überprüfungen in ihrem Bezug auf den Bereich des Schmerzes abgeleitet. Das Modell umfaßt vier Grundkomponenten, die bei der Entwicklung typischer muskulärer Schmerzen wie z.B. Rückenschmerzen, myogene Gesichtsschmerzen, beteiligt sind: 1) prädisponierende Faktoren/physiologische Reaktionsstereotypie, 2) auslösende Stimuli, 3) auslösende Reaktionen, 4) aufrechterhaltende Prozesse. Eine zentrale Position nimmt dabei die physiologische Reaktionsstereotypie ein. Hierunter wird ein individuelles, konsistentes Muster physiologischer Reaktionen infolge bestimmter Stimulationen verstanden, basierend auf einer erworbenen oder bestehenden Diathese (= Krankheitsbereitschaft). Sie stellt die Tendenz einer Person dar, in streßhaften Situationen mit Hyperaktivität der betroffenen Körperregion zu reagieren.

Literatur

Flor, H. (1991). Psychobiologie des Schmerzes. Bern: Huber.


 
     
 
 
 
     
 
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