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Schultz-Hencke

 
     
   
Harald, 1892–1953, deutscher Psychoanalytiker, gilt als Begründer der neopsychoanalytischen Richtung im deutschsprachigen Raum (Neo-Psychoanalyse). 1913 Promotion in Medizin in Berlin. Nach fachärztlicher Ausbildung in Neurologie und Psychiatrie ab 1923 Lehranalyse am Berliner Psychoanalytischen Institut, später Tätigkeit am Deutschen Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie. Nach Ende des 2. Weltkriegs gründete er mit W. Kemper in Berlin das Zentralinstitut für psychogene Erkrankungen. Schultz-Hencke, der der Freudschen Libido- und Sexualtheorie kritisch gegenüberstand und spekulative Positionen der Psychoanalyse auf das Beobachtbare zurückführen wollte (Einführung in die Psychoanalyse, 1927; Schicksal und Neurose, 1931), suchte in seinem neo-psychoanalytischen Ansatz die Arbeiten S. Freuds, A. Adlers und C. G. Jungs zusammenzuführen und führte die Begriffe Desmologie und Desmolyse ein (Der gehemmte Mensch, 1940). Ungeklärt ist seine Rolle während der Zeit der NS-Herrschaft am Deutschen Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie in Berlin, die von ihm vertretene Neo-Psychoanalyse erfuhr in dieser Zeit einen starken Aufschwung. Die Arbeiten Schultz-Henckes waren nach 1945 in der BRD so einflußreich wie umstritten. Als sich 1950 die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft spaltete, wurde die Gruppe um Schultz-Hencke nicht in die Internationale Psychoanalytische Vereinigung aufgenommen.

Literatur

Rudolf, G. & Rüger, U. (1988). (Hrsg.). Die Psychoanalyse Schultz-Henckes. Stuttgart: Georg Thieme.


 
     
 
 
 
     
 
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